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Pilzbefall in Gadebusch : Baumfällung wegen Gefahr im Verzug

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hallimasch bringt 150 Jahre alte Bucher zu Fall

svz.de von
erstellt am 22.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Folgende Zeilen von Christel Schotte erreichten per E-mail unsere Redaktion: „Warum? Am Bahnübergang zum Hohen Brink stand eine Jahrhunderte alte Buche. Es war ein Solitärbaum, der dem Stadtwald seinen Charakter gab. Als Kinder mussten mehrere Arme reichen, um ihn zu umfassen. Im Schulsport war er Start oder Ziel zum Waldlauf. Als Jugendlicher begrüßte er mich bei der Bahnankunft in Gadebusch.

In den letzten Jahren gab er mir Trost, wenn ich mich an ihn lehnte und in seine große Krone blickte. Jetzt ist ein Stück Stadtwald gestorben. Warum? Nun ist auch einer der letzten, majestätischen Bäume der Kettensäge zum Opfer gefallen. Ich bin sehr traurig.“

Bei dem Baum, über den Christel Schotte schreibt, handelt es sich um die etwa 150 Jahre alte Rotbuche, die am Fußgängerbahnübergang östlich des Bahnhofs, in unmittelbarer Nähe der Gleise stand. Und das war auch das Problem, weshalb er weg musste. „Wir haben uns diese Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht. Aber die Buche hat einen starken Pilzbefall, der sich bei allen Untersuchungen gezeigt hat“, erklärt der Crivitzer Baumgutachter und Sachverständige Thomas Franiel auf SVZ-Anfrage. „Obwohl es ihm absolut nicht anzusehen ist, war der Baum bereits so geschädigt, dass seine Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Und aus verkehrssichungstechnischer Sicht im Bezug auf die Nähe zu den Bahngleisen, blieb keine andere Wahl, als ihn zu fällen“, führt der Experte aus. Wäre sein Standort irgendwo im Wald gewesen, hätte er laut Franiel stehen bleiben können.

Auch für den Chef des Gadebuscher Bauhofs, Uwe Tews, der mit seien Mitarbeitern letztendlich für die Pflege dieser Bäume zuständig ist, war diese Entscheidung nicht einfach. „Man glaubt gar nicht, wie sehr einem so etwas an die Nieren geht“, so der Bauhof-Chef.

Bei dem Pilz, der die Buche befallen hat, handelt es sich um den Hallimasch. Dessen Fruchtkörper werden von einigen Pilzsammlern gern genommen. Sein Myzel hingegen zerstört relativ schnell die Wurzel eines befallenen Baumes.

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