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Hilfe aus Gadebusch : Baum-Tüv für den Kletterwald

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bevor die Schweriner Attraktion wieder öffnen kann, müssen die Bäume vom Gadebuscher Marco Kern gepflegt werden

svz.de von
erstellt am 31.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Wie Tarzan durch den Urwald schwingen oder an einer Seilbahn von Baum zu Baum sausen – im Schweriner Kletterwald gibt es Einiges zu erleben. Doch bevor die Attraktion am 8. April wieder für ihre Gäste öffnet, müssen die Bäume im Zippendorfer Wald erst geprüft und dann beschnitten werden. „Wir hatten vor einigen Wochen einen Gutachter da“, erzählt Susanne Kirstein. Nachdem der ihr alle notwendigen Pflegeschritte und Empfehlungen vorgelegt hatte, beauftragte die Kletterwald-Chefin einen Experten mit der Arbeit: Baumkletterer Marco Kern.

„In diesem Jahr brauchen rund 100 Bäume Pflege“, erklärt der Gadebuscher. Noch vor Jahren wären es 250 oder mehr gewesen. Doch dank einer entsprechenden Vorsorge in den vergangenen Jahren sei die Zahl deutlich nach unten gegangen. Bei der Pflege gibt es drei verschiedene Aufgaben: das Fällen, den Kronenschnitt und die Entfernung von Totholz. Gefällt werden müssen in diesem Jahr nur sieben Bäume – doch das ist nicht die mühevollste Arbeit. „Am aufwendigsten ist die Kronensicherung. Dabei geht es darum, die natürliche Form eines Baumes mit möglichst wenig Rückschnitt zu bewahren“, erläutert Kern, der seit 15 Jahren als Baumkletterer tätig ist. Bei der Entfernung des Totholzes werden Äste entfernt, die nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt werden. „Nicht, dass sie einem Besucher auf den Kopf fallen“, sagt Kirstein.

Um die Arbeiten entsprechend durchführen zu können, ist natürlich eine fachmännische Gerätschaft und Sicherung notwendig: Ohne Helm, Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhe steigt Kern nicht auf den Baum: Schließlich arbeitet er jeden Tag mit einer Motorsäge. „Hoch oben muss man sicher und beweglich sein“, erzählt der 45-Jährige. Da er sein Hobby zum Beruf gemacht hätte, habe er sich eine neue Freizeitbeschäftigung suchen müssen. „Deswegen habe ich begonnen, Tango tanzen zu lernen“, so Kern. In den Baumkronen helfe das Taktgefühl zwar nicht direkt – aber die Sicherheit sei größer geworden.

Wenn die Arbeiten in der kommenden Woche abgeschlossen sind, können Jung und Alt ab Sonnabend an wieder über die Hängebrücken in bis zu 13 Metern Höhe laufen. Die Arbeiten des Baum-Experten Kern sind notwendig, um die Besucher vor möglichen Gefahren zu schützen. Sie sind aber auch Vorsorge und Herzensangelegenheit, so die Kletterwald-Chefin: „Die Bäume sind unsere Lebensversicherung. Ohne sie gäbe es keinen Kletterwald.“

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