NWM: Landwirtschaft sucht Auzubis : Bauern geht der Nachwuchs aus

Interessierte Auszubildende werden in der Landwirtschaft händeringend gesucht. Foto: dpa
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Interessierte Auszubildende werden in der Landwirtschaft händeringend gesucht. Foto: dpa

"Hof sucht Bauer" statt "Bauer sucht Frau"? Der Landwirtschaft geht der Nachwuchs aus. Im Kreis Nordwestmecklenburg ist derzeit die Zukunft von 159 Höfen noch ungewiss, hat die jüngste Landwirtschaftszählung ergeben.

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06. Juni 2012, 10:01 Uhr

Gadebusch/Wismar | "Hof sucht Bauer" statt "Bauer sucht Frau"? Der Landwirtschaft geht der Nachwuchs aus. Im Kreis Nordwestmecklenburg ist derzeit die Zukunft von 159 Höfen noch ungewiss, hat die jüngste Landwirtschaftszählung ergeben. Veröffentlicht wurden die Daten vom Statistischen Bundesamt.

Etwa alle zehn Jahre werden im Rahmen der Landwirtschaftszählung die Inhaber und Inhaberinnen landwirtschaftlicher Betriebe, die 45 Jahre und älter sind, auch zur Hofnachfolgesituation in ihren Betrieben befragt. Die Hofnachfolge und der Generationenwechsel stehen in direkter Verbindung mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft. Ist kein geeigneter Nachfolger in Sicht ist, führt das meist zur Auf- oder Abgabe des landwirtschaftlichen Betriebs. Die Konzentrationsprozesse hin zu immer weniger, dafür immer größeren Betrieben setzen sich so schneller fort.

Von den 501 Im Kreis Nordwestmecklenburg ansässigen landwirtschaftlichen Betrieben, haben 227 einen Inhaber, der mindestens 45 Jahre alt ist, und sich deshalb mit der Nachfolgefrage auseinandersetzen musste. Das Ergebnis lautet: Für 68 Betriebe gibt es eine geregelte Nachfolge, für den Rest, also für 159, noch nicht.

Freilich steht nicht bei allen Befragten schon morgen die Hofübergabe an, vor allem nicht in der Altersgruppe der 45- bis 50-Jährigen, aber es ist auffällig, wie viele einen Nachfolger suchen. 2157 landwirtschaftliche Betriebe mit Besitzern in dieser Altersklasse gibt es in Mecklenburg-Vorpommern (Stand: 2010). Im kommenden Jahrzehnt steht nun bei immerhin 552 Landwirten die Hofnachfolge an und nur bei rund 25,6 Prozent davon ist die Weiterführung derzeit gesichert.

Egal ob Getreideanbau, Mutterkuhhaltung, Milchvieh- oder Schlachtviehhaltung - der Alltag auf den Höfen hat wenig mit der verklärten, inszenierten ländlichen Idylle in den boomenden Hochglanzmagazinen wie "Landlust" oder "Mein schönes Land" zu tun. In großen Anlagen steuert längst ein Computer die Fütterung, das Kunstlicht ersetzt Sonnenlicht, Desinfektionswannen sorgen für die nötige Hygiene und das betriebswirtschaftliche Geschick des Hofinhabers entscheidet maßgeblich über Erfolg und Misserfolg. Von der Landwirtschaft leben, können längst nicht alle Landwirte.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg werden insgesamt 322 landwirtschaftliche Betriebe als Einzelunternehmen geführt, darunter 165 im Haupterwerb, die anderen 157 im Nebenerwerb. Bezogen auf das ganze Land Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit noch rund 30,0 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe im Haupterwerb geführt. Bei uns sind es 32,9 Prozent.

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