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Nordwestmecklenburg : Bauern fürchten Preistreiberei

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Für Ackerflächen in Nordwestmecklenburg müssen Landwirte immer tiefer in die Tasche greifen. "Es werden utopische Preise geboten, gerade im Nordwesten des Landkreises", sagt Kreisbauernpräsident Jörg Haase in Gadebusch.

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erstellt am 18.Jan.2012 | 10:08 Uhr

Gadebusch | Für Ackerflächen in Nordwestmecklenburg müssen Landwirte immer tiefer in die Tasche greifen. "Es werden utopische Preise geboten, gerade im Nordwesten des Landkreises, dies zieht sich bis nach Gadebusch durch und hängt mit der Bodenqualität zusammen", sagte Kreisbauernpräsident Jörg Haase in Gadebusch. Pro Hektar stünden 15 000 bis 16 000 Euro im Raum, zum Teil auch mehr.

Haase sieht eine große Gefahr, die von einer weiteren Preistreiberei ausgehen könne. Sollte sich der Trend fortsetzen, werde es in fünf bis zehn Jahren eine industrielle Landwirtschaft geben, die eigentlich niemand wolle - Stichwort Gentechnik und Genmanipulation. "Industriekonzerne schrecken nicht mehr davor zurück, Land zu kaufen. Hier ist ein großer Ansatzpunkt für uns, dass Strukturen erhalten bleiben und wir beispielsweise auch Bioproduktion wie von Verbrauchern gewünscht - machen können", sagte Haase im Vorfeld der heutigen Jahreshauptversammlung des Kreisbauernverbandes in der Grevesmühlener Malzfabrik.

Kritisch betrachtet Haase die europäische Agrargebietsreform 2013. Nach dem derzeitigen Stand könnte sie weitere Flächenstilllegungen in Nordwestmecklenburg zur Folge haben. "Sieben Prozent der derzeitigen landwirtschaftlichen Flächen sollen in Nordwestmecklenburg aus der Nutzung genommen werden", sagt Haase. Das entspricht einer Fläche von rund 19 600 Fußballfedern. "Wir kämpfen bereits darum, dass Landschaftselemente wie vorhandene Hecken, Sträucher, Sölle mit hinein gerechnet werden", so Haase. Andernfalls fürchtet er einen noch stärker werdenden Kampf um landwirtschaftlichen Boden. Damit einhergehend wäre ein noch höherer Preisdruck. Einige Betriebe könnten auf der Strecke bleiben.

In der Jahreshauptversammlung des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg werden heute unter anderem die Weichen für die weitere personelle Zukunft gestellt werden. So stehen in der Grevesmühlener Malzfabrik auch Vorstandswahlen an. Dabei entscheidet sich beispielsweise, ob Kreisbauernpräsident Jörg Haase für weitere drei Jahre im Amt bestätigt wird. Die Bereitschaft für diesen ehrenamtlichen Posten erneut zu kandidieren, ist bei dem Gadebuscher Landwirt vorhanden. "Mit dem Vorstand, den ich bislang habe und von dem auch die meisten Mitglieder heute wieder kandidieren, kann ich sehr gut zusammenarbeiten. Wir decken mit der Milch-, Schweine- und Pflanzenproduktion einen sehr breiten Bereich der Landwirtschaft ab. Dazu gehört auch die Nebenerwerbs-Landwirtschaft", sagt Haase. Er spricht von einer hohen Fachkompetenz im Vorstand.

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