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Zwischen Rehna und Insel Poel : Bauboom dank niedriger Zinsen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Sparkassen-Vorstand Manuel Krastel: Der Trend nach den eigenen Wänden ist nach wie vor stark ausgeprägt

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Gute Zeiten, schlechte Zeiten – was der Finanzbranche Bauchschmerzen bereitet, sorgt bei potenziellen Bauherren für Glücksgefühle. Denn niedrige Kreditzinsen sorgen für einen anhaltenden Bauboom.

„Der Trend nach den eigenen Wänden ist nach wie vor stark ausgeprägt“, sagt Manuel Krastel. Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest entfielen im vergangenen Jahr von 110 Millionen Euro Neuzusagen im Kreditgeschäft gut 47 Millionen Euro allein auf den privaten Wohnungsbau.

In diesem Zusammenhang widersprach der 53-Jährige Informationen, wonach angeblich vor allem ältere Leute und jüngere Familien im Rahmen der nun auch in Deutschland eingeführten Wohnimmobilienkreditrichtlinie schwerer an Kredite kämen. „Wenn ein 55-Jähriger zu mir kommt, der lediglich Bezieher einer Mindestrente sein wird und einen Kredit über eine Laufzeit von 30 Jahren aufnehmen möchte, ist doch klar, dass ich ihm diesen nicht bewilligen kann“, erklärt Manuel Krastel. Dies sei eine Entscheidung, die am Ende auch dem Schutz der Verbraucher dienen solle. Die Grundidee hinter der Wohnimmobilienkreditrichtlinie sei daher also durchaus richtig.

Wohlwollend beobachtet das Kreditinstitut die Entwicklung der Kundeneinlagen. Diese seien im Vergleich zum Jahr 2015 um 81 Millionen Euro auf nunmehr 1,1 Milliarden Euro gewachsen. Klingt gut, befriedigt aber auch nicht so wirklich. Denn auffallend sei, dass die Kunden nach wie vor überwiegend an kurzfristigen Anlagemöglichkeiten interessiert sind, was aus Sicht des Sparkassenvorstandes zumindest zu überdenken sei. Kurzfristiges Abwarten lohne sich nicht. „Wer in den letzten Jahren sein Geld in der Hoffnung auf steigende Zinsen auf Giro- oder Tagesgeldkonten geparkt hat, hat doppelt verloren. Zum einen konnte er, wenn überhaupt, dann nur eine minimale Verzinsung für diese Zeit erzielen. Zum anderen waren die Kurse in den gängigen Marktsegmenten damals durchweg noch niedriger als heute.“, gab Vorstandsmitglied Kay Facklam zu bedenken.

Gute Nachrichten gibt es für die Kunden vor Ort zu vermelden. Keine der 18 Geschäfts- oder sechs Selbstbedienungsstellen im Kreis sind von einer Schließung bedroht. Ganz im Gegenteil: Weiteren Geschäftsstellen stehe eine Modernisiserung bevor. Erst im vergangenen Jahr hatte die Geschäftsstelle in Lützow eine Verjüngungskur erfahren.

Auch wenn das für die Sparkasse niedrige Zinsumfeld dem Kreditinstitut im Jahr 2016 einige Sorgen bereitet hat, zieht der Vorstand abschließend eine positive Jahresbilanz. „Insgesamt sind wir mit dem Geschäftsverlauf im Jahr 2016 durchaus zufrieden. Die harten Jahre kommen noch.“

 

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