Bartsch fordert stärkeren Kampf gegen Rassismus

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest (vorn) und der Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch bei der Kranzniederlegung am Tag der Befreiung. Foto: Michael Schmidt
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Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest (vorn) und der Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch bei der Kranzniederlegung am Tag der Befreiung. Foto: Michael Schmidt

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09. Mai 2013, 07:43 Uhr

Gadebusch | Nach dem Beginn des so genannten NSU-Prozesses hat der Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch (Fraktion Die Linke) eine stärkere Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland gefordert. "Ich glaube, wir alle hätten vor sechs oder sieben Jahren niemals geglaubt, dass es einen nationalsozialistischen Untergrund gibt, der Menschen ermordet und Terror über das Land bringt", sagte Bartsch am Mittwoch bei einer Kranzniederlegung im Gadebuscher Stadtwald. Rassistisches, nationalsozialistisches Gedankengut sei, so Bartsch, leider weiterhin vorhanden. Deshalb sei es wichtig, besonders jungen Menschen zu zeigen, in was für eine Katastrophe dies führen könne. Den NSU bezeichnete Bartsch als Spitze eines Eisberges.

Mit der Kranzniederlegung in Gadebusch erinnerten Einwohner und Vertreter der Stadt, des Amtes und der Partei Die Linke an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 68 Jahren. Nach dem von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg hatte die deutsche Wehrmacht am 8. Mai 1945 bedingungslos kapituliert. Der Tag der Kapitulation war gleichzeitig die Befreiung Europas vom deutschen Faschismus.

Neben der Kranzniederlegung in Gadebusch hatte es bereits zuvor im Landkreis Nordwestmecklenburg eine weitere Gedenkveranstaltung gegeben. Mit einer Kranzniederlegung und einer Radtour von Grevesmühlen nach Groß Schwansee erinnerten 150 Teilnehmer an den Tod von etwa 7000 Menschen in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945. Damals sanken die als Kriegsschiffe getarnten "Cap Arcona" und "Thielbeck" bei Bombenangriffen. An Bord befanden sich tausende KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme.

Ein Holzkreuz erinnert heute am Strand von Groß Schwansee an dieses grausame Geschehen. Dort war damals ein Massengrab für 407 Opfer dieser Tragödie entstanden. "Wir als nachrückende Generationen wollen und müssen die Erinnerung wach halten und weitergeben. Das ist unsere Verantwortung", betonte Nordwestmecklenburgs stellvertretender Landrat Gerhard Rappen.

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