zur Navigation springen

Im Stile des 18. Jahrhunderts : Barockpalast wird gründlich erneuert

vom

Eines Tages im glanzvollen „Goldenen Saal" des Barockbauwerks Gespräche von Hofdamen und Kavalieren belauschen zu können - das ist ein Traum des Leiters des Schlosses Ludwigslust. Dies scheint möglich zu werden.

svz.de von
erstellt am 31.Dez.2011 | 03:02 Uhr

Ludwigslust | Zu den Träumen von Jörg-Peter Krohn, Leiter des Schlosses Ludwigslust, gehört es, eines Tages im glanzvollen "Goldenen Saal" des Barockbauwerks Gespräche von Hofdamen und Kavalieren belauschen zu können - so, als gehörten die Besucher zum Hofstaat der mecklenburgischen Residenz im 18. Jahrhundert. Möglich werden wird das durch Spielszenen sowie neuartige Licht- und Akustikkonzepte.

Noch aber sind diese Vorhaben Zukunftsmusik. Zunächst erfährt der eindrucksvolle Goldene Saal, der bereits "statisch ertüchtigt" wurde, eine Auffrischung seines Parketts und seiner Tapeten. Das sei, so Krohn weiter, allerdings noch keine Restaurierung. Restauriert werden dagegen mit Beginn des neuen Jahres die Räumlichkeiten der ersten und zweiten Etage im Ostflügel der zwischen 1772 und 1776 von Hofbaumeister Johann Joachim Busch errichteten Fürstenwohnung. Die museale Neukonzeption sieht vor, sowohl Ausstattungsräume als auch Ausstellungsräume zu schaffen. So werden bisher durch im 19. Jahrhundert eingezogene Zwischenwände verkleinerte Räume zu einer großzügigen Galerie geöffnet - willkommener Platz für Gemälde in barocker Hängung. Insgesamt sollen die Restaurierungsarbeiten voraussichtlich bis Mitte oder Ende 2015 dauern.

Dennoch bleibt das Ludwigsluster Schloss für die Besucher geöffnet - der Westflügel und auch das Schlosscafé. Die Gelder für die rund elf Millionen teure Schlosssanierung stammen vor allem aus Mitteln der Europäischen Union für den ländlichen Raum. Das barocke Schmuckstück soll national und international ausstrahlen und insgesamt wieder mehr Besucher anziehen. In den letzten Jahren hatten sich diese Zahlen auf knapp 40 000 pro Jahr eingepegelt - etwa ein Fünftel weniger als noch Mitte des vorigen Jahrzehnts. Dieser Trend soll wieder umgekehrt werden. Dem dienen künftig auch neue Führungskonzepte wie "Eine herzogliche Residenz im Wandel" oder "Vom Dorf zur Stadt - ein historischer Rundgang". Schlossleiter Krohn hofft, dass sich auch die Ludwigsluster künftig selbst wieder stärker auf "ihr" Schloss und damit auf die städtische Identität besinnen. Unterstützt werde das durch viele Veranstaltungen auch während der vier Jahre dauernden Sanierung und Restaurierung.

Dazu gehören die gut etablierten Ludwigsluster Schlosskonzerte, ein Puppenspielprojekt von und mit Margrit Wischnewski sowie die neue "Rendezvous"-Reihe. Bereits am 1. Februar 2012 wird mit Jörg-Peter Krohn und Restaurator Andreas Baumgart "Hinter die Tapeten" geschaut.

Aber zurück zu den Hofdamen und Kavalieren. Ein anderer Krohnscher Traum ist der, dass das gesamte Bauwerk bis zu seinem 60. Geburtstag "komplett durchrestauriert" sei. Das wäre 2020 und damit nur knapp vor der 200. Wiederkehr der Märchenhochzeit von Erbgroßherzog Paul Friedrich und Prinzessin Alexandrine von Preußen. Das junge Paar bezog Wohnung im zweiten Obergeschoss des bisher noch nicht restaurierten Westflügels - dessen Sanierung wäre gleichsam ein verspätetes Hochzeitsgeschenk für die Tochter von Königin Luise und Paul Friedrich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen