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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 16:22 Uhr

Wismar : „Bangkok“ bringt Holz nach Afrika

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In Wismar ist die die 100 000. Tonne Schnittholzexport im Jahr verschifft worden

Dass ausgerechnet seine „BBC Bangkok“ das Schiff ist, welches die 100 000. Tonne Holzladung von Wismar aus nach Nordafrika verschiffen würde, damit hatten Kapitän Lianoas Prialgauskis und seine zehnköpfige Besatzung nicht gerechnet. Die überraschende Nachricht überbrachten mit Blumen und Präsenten Helmut Bilz, Leiter Hafenbetrieb der Seehafen Wismar GmbH sowie Christoph Zöchling, Werksleiter am Wismarer Standort des Säge- und Hobelwerkes Ilim Nordic Timber (INT).

Von der Kommandobrücke des 128 Meter langen Frachters, der erst 2011 in Fahrt ging, beobachte man gemeinsam, wie die Riesenpakete mit Schnittholz stetig die Ladeluken und später auch noch ein Teil des Deckes füllten. Mehr als 2000 dieser bis zu drei Tonnen schweren Collies waren es am Ende, die der unter der Flagge von Antigua & Barbuda fahrende Frachter zum algerischen Hafen Tenes verschifft.

Das sind konkret 6141 Tonnen paketiertes Schnittholz. Ein angenehmes Gefühl auch für die beiden Gratulanten. Denn das deutliche exportseitige Überschreiten der 100 000-Tonnen-Marke dieser Gutart wird als Meilenstein betrachtet. Letztendlich war es möglich, mit diesen Qualitätsprodukten aus Wismar neue Märkte erfolgreich zu erschließen, insbesondere in Nordafrika. Christoph Zöchling lobte deshalb im Beisein des Kapitäns die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Seehafen Wismar, ohne die Leistungen der eigenen Belegschaft vergessen zu wollen.

Hinsichtlich der sich entwickelten Holzindustrie in Hafennähe sei die Wahl das Industriestandortes am Wismarer Haffeld genau richtig gewesen, betonte Zöchling. Und er erklärte weiter: „ Die Lage zur Ostsee ermöglicht uns nicht nur einen optimalen Export, sondern auch einen stabilen Rundholzimport.“

„Die Produktion des Sägewerkes INT am Hafenstandort Wismar ist auch ein wesentlicher Garant für die erfolgreiche Entwicklung des Umschlaggeschäfts im Seehafen“, ergänzt Helmut Bilz. Seit Inbetriebnahme des Holz-Clusters bewege sich der Seehafen zielstrebig auf die 20 Millionen Festmeter bei den Rundholzimporten zu. In diesem Zusammenhang nannte Bilz ebenso die im Cluster ansässigen Firmen Egger Holzwerkstoffe und German Pellets, deren Industrieholzimporte kontinuierlich zugenommen haben.

Inzwischen hat der Frachter Wismar verlassen und wird über den Atlantik und entlang der portugiesischen Küste die Meerenge von Gibraltar passieren. „Allerdings werden wir es wohl nicht ganz schaffen, das Weihnachtsfest im nächsten Hafen zu verbringen“, so der 58-jährige Kapitän.

Natürlich sind die Gedanken der Seeleute, sie stammen aus Russland, der Ukraine und Litauen, bei den Angehörigen in der Heimat. „Wir passen uns den europäischen Traditionen an, erleben damit zwei Feierperioden, also Weihnachten und das Neujahrsfest“, macht der erste Mann an Bord deutlich. Deshalb sorgt die ukrainische Köchin Maryna, übrigens die einzige Weiblichkeit an Bord, zwischen Weihnachten und Neujahr für besondere Gaumenfreuden. Und auch ein Weihnachtsbaum ist an Bord zu finden, allerdings nur ein künstlicher. Dass der Käpt’n Prialgauskisund seine Crew schon seit geraumer Zeit ein wenig an die Feiertage dachten, war wohl dem Premierenlandgang in Wismar geschuldet. „Ganz in Hafennähe trifft man sofort auf eine schöne, historische Altstadt mit sehr gepflegter Bausubstanz und einen wunderschönen Weihnachtsmarkt, erinnert sich Käpt’n Prialgauskis.  

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