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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

25. November 2017 | 03:20 Uhr

Heizung : Bald ist der alte Ofen aus

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Neue Emissionsgrenzen für Heizungen und Öfen in Kraft getreten / Alte Anlagen müssen nachgerüstet oder ausgetauscht werden

svz.de von
erstellt am 04.Jan.2015 | 00:24 Uhr

„Das ist eine KG 21“, sagt Klaus Ortmann. „Eine Zentralheizung von 1979.“ Der Gadebuscher heizt sie jeden Morgen mit Holz an. „Dann kommen ein paar Briketts drauf, damit die Glut länger hält.“ Die KG 21 heizt das gesamte Haus der Ortmanns, insgesamt elf Heizkörper. „Anfang Dezember war der Schornsteinfeger hier und hat die Heizung durchgemessen“, erzählt Ortmann. Die Feinstaubemission betrug nur 27 Milligramm. „Das ist weit unter der Norm“, freut sich der Gadebuscher.

Zum 1. Januar ist eine verhärtete Stufe der Bundesimmissionsschutzordnung in Kraft getreten. Dass die bereits installierten Anlagen die neuen Emissionsgrenzwerte einhalten, dafür sorgt im Raum Gadebusch der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger Arne Schlien. Sein Kehrbezirk umfasst etwa 2600 Haushalte in Teilen der Stadt Gadebusch und in umliegenden Dörfern. „Der größte Teil der Haushalte hat bereits umgerüstet. Die meisten Anlagen sind nach 1995 eingebaut.“ Diese hätten noch bis zum Jahr 2024 Bestandsschutz, erklärt Schlien. Auch die Kachelöfen hätten Bestandsschutz, genauso wie offene Kamine, Backöfen, Badeöfen und historische Öfen, die vor 1950 eingebaut wurden.

Die Grenzwerte für die Feinstaubemission dürfen bei Brikettöfen 90 Milligramm Staub und ein Gramm Kohlenmonoxid nicht überschreiten, erklärt Schlien.

Etwa 120 Zentralheizungen mit festem Brennstoff hat der Schornsteinfeger im Raum Gadebusch zu prüfen. Bei den meisten Anlagen sind Abgas- und Feinstaubmessungen durchgeführt worden. 35 bis 40 Anlagen sind bereits jüngeren Datums, die anderen noch aus DDR-Zeiten, bzw. vor 1995 errichtet, so wie die Heizung von Klaus Ortmann. „Die Ergebnisse der Messungen waren gar nicht so schlecht“, sagt Arne Schlien.

Von 80 Messungen bei alten Zentralheizungen seien lediglich zwei durchgefallen. Diese müssten nun nachgerüstet werden. „Oder die Eigentümer beantragen beim Landkreis eine Sondergenehmigung und dürfen, wenn diese erteilt wird, ihre Anlagen noch weitere zwei Jahre betreiben“, erklärt der Schornsteinfeger.

Das Nachrüsten alter Anlagen mit einem passenden Filter mache kaum Sinn, sagt Schlien. Die Werte für den Feinstaub könnten so zwar reduziert werden, auf den Ausstoß von Kohlenmonoxid hätten die Filter jedoch keinen Einfluss.

Auch Klaus Ortmann rechnet damit, seine KG 21 in zwei Jahren austauschen zu müssen – denn der Kohlenmonoxidausstoß wird sehr wahrscheinlich nicht den Normwerten entsprechen. Diese müssen dann überprüft werden. „Ich habe schon geschaut. Der kleinste Ofen kostet 5600 Euro. Das ist eine Menge“, sagt Ortmann. Zudem passe selbst die kleine Version nicht in den Keller, wo der alte Ofen steht. Klaus Ortmann müsste umbauen: „Ich weiß noch nicht, wie ich das dann mache. Ich hoffe, dass die Minister bis dahin vernünftig werden und die Regelung wieder abschaffen.“

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