Schönberg : Bahnhof unterm Hammer

Mehr als 140 Jahre alt ist das Schönberger Bahnhofsgebäude. Es wird heute von 11 Uhr an im Internet versteigert.  Fotos: Michael Schmidt (2)
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Mehr als 140 Jahre alt ist das Schönberger Bahnhofsgebäude. Es wird heute von 11 Uhr an im Internet versteigert. Fotos: Michael Schmidt (2)

Das rund 140 Jahre alte Schönberger Gebäude wird heute von 11 Uhr an im Internet versteigert

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20. November 2014, 07:30 Uhr

In einem Internet-Auktionshaus wird heute von 11 Uhr an das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude in Schönberg versteigert. Das Mindestgebot liegt nach Angaben der Deutsche Internet Immobilien Auktionen GmbH bei 1200 Euro. In dem unterkellerten Gebäude aus dem Jahr befindet sich u. a. eine ehemalige Gaststätte. Zum Auktionspaket gehören zudem eine Wohnung nebst Neben- und Garagengebäude.

Die Kosten für eine fachgerechte Sanierung sind immens. Sie werden nach Angaben eines Bahnmitarbeiters auf vier bis fünf Millionen Euro geschätzt. Denn der Zustand des Objektes gilt als stark sanierungsbedürftig. Es seien u. a. Wasserschäden und eine Durchfeuchtung von Wänden und Decken sowie Deckendurchbrüche vorhanden, heißt es in dem Versteigerungsangebot.

Wie viel Arbeit, wie viel Geld und wie viel Zeit in die Sanierung von alten Gebäuden gesteckt werden müssen, wissen Investoren in Rehna und Gadebusch zugenüge. Auch hier wurden Bahnhofsgebäude privatisiert – und saniert. „Das Problem ist, dass man nicht vor bösen Überraschungen gefeit ist. Wenn man beispielsweise einen alten Fußboden aufnimmt, muss man damit rechnen, dass darunter alles Schrott ist“, verdeutlicht der Rehnaer Matthias Maack, Besitzer des sanierten Rehnaer Bahnhofs. Dafür entschädigt werde man, wenn es Sanierungs-Fortschritte gibt. „Wenn das Ziel in Sicht ist, fängt es wieder an, Spaß zu machen“, sagt Maack.

Einen Kraftakt absolvierte auch der Gadebuscher Holger Hempel, der den 1897 gebauten Bahnhof wieder zu einem Schmuckstück am Burgsee machte. Vom Keller bis zum Dachstuhl wurden in 18 Monaten insgesamt 1000 Quadratmeter saniert und restauriert. „Es verging kein Tag, an dem es nicht hieß: Wir haben da ein Problem“, erinnert sich Holger Hempel.

Während in Gadebusch und Rehna Besucher in den historischen Gebäuden willkommen sind, müssen Einheimische und Touristen in Schönberg derzeit Abstand halten von dem mehr als 140 Jahren alten Bahnhofsgebäude. „Achtung! Herabfallende Dach- und Mauerwerkselemente“ ist auf gelben Warnschildern zu lesen.

Versteigert werden soll heute im Internet-Auktionshaus nicht nur die Schönberger Immobilie, sondern auch das ehemalige Bahnhofsgebäude mit Güterschuppen in Sömmerda (Thüringen), ein ehemaliges Bahnwärterhäuschen zwischen Dresden und Görlitz, ein ausgedientes Empfangsgebäude im sächsischen Reichenbach und ein leerstehender Lokschuppen in Altenberg/Erzgebirge.


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