Gadebusch : Bäume absichtlich beschädigt

Nur einer von vielen Bäumen im Neubaugebiet, dem mit einem Messer die Rinde abgezogen wurde.
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Nur einer von vielen Bäumen im Neubaugebiet, dem mit einem Messer die Rinde abgezogen wurde.

Anwohner beschweren sich über Kinder, die Natur vorsätzlich zerstören. Polizei empfiehlt, Schäden in jedem Fall zu melden

svz.de von
05. Juli 2014, 00:00 Uhr

Die Rinde des jungen Ahornbaums ist feinsäuberlich abgeschält: Der Täter ist mit einem scharfen Messer zu Werke gegangen und hat die schützende Haut des Baumes bis zu einer Höhe von rund 1,50 Metern entfernt. Und das nicht nur an diesem Baum: Auch an den benachbarten Ahorn-Bäumen auf der kleinen Grünfläche an der Rosa-Luxemburg-Straße ist an Stamm und vielen Ästen die Rinde abgeschnitten, sind massive Äste abgebrochen, Blüten von Büschen abgeknickt und Nistkästen aus den Bäumen geschlagen worden. Seit rund einem Jahr, sagen Anwohner, die sich an den heißen Draht unserer Redaktion gewandt haben, gehe das nun so.

Die Täter, sagen Anwohner, kämen immer nachmittags – nach Schulschluss: „Das ist eine Gruppe von bis zu zwölf Kindern, die das macht, die meisten etwa elf Jahre alt“, sagen die Anwohner. Und tatsächlich: Auch die SVZ konnte eine Gruppe von vier Kindern beobachten, die sich an einem Baum zu schaffen machte. Mit einem Cutter-Messer kletterte ein etwa zehnjähriger Junge in einen Baum und fing an, die Rinde abzuschneiden.

Die Anwohner jedenfalls wollen ihre Namen nicht in der Zeitung lesen – zu groß ist die Angst, dass sich die Situation dann noch verschlimmern könnte. „Wir haben die Kinder mehrfach angesprochen“, sagen sie, „was folgte waren immer wüste Beschimpfungen, Drohungen und Obszönitäten.“ Ein Nachbar habe das Gespräch mit den Eltern gesucht. Aber die, sagen sie, hätten das überhaupt nicht Ernst genommen. Dabei ginge es ihnen nicht darum, dass Kinder nicht spielen sollten – im Gegenteil. „Kinder sollen spielen, hier haben immer Kinder gespielt. Aber sie sollen ein bisschen Respekt vor der Natur haben, immerhin machen sie ihre eigene Welt kaputt, wenn sie so weitermachen.“

Gegen schlechtes Benehmen könne man nur schwer etwas ausrichten, sagt Andreas Lausen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Gadebusch und Leiter des Ordnungsamtes der Stadt. Der Stadt gehört das Grundstück im Neubaugebiet. In jedem Fall, so Lausen, werde er die Schäden durch Mitarbeiter des Bauhofes in Augenschein nehmen lassen. „Wenn man die Verursacher erwischt“, sagt er, „kann man in jedem Fall die Eltern schadenersatzpflichtig machen. Bei Dingen wie Sachbeschädigung oder auch Beleidigung sollte man sich in jedem Fall an die Polizei wenden.“

Dies unterstreicht auch André Falke, Sprecher der Wismarer Polizeiinspektion. „Wenn man so etwas beobachtet, sollte man immer die Polizei rufen, so dass wir die Schäden erfassen können“, sagt Falke. Denn auch ein Baum habe einen finanziellen Wert, „demzufolge handelt es sich um Sachbeschädigung. Dies ist durchaus von polizeilicher Relevanz, hier würden weitere Ermittlungen angestrengt.“ Wichtig sei, dass so etwas gemeldet würde – auch wenn es sich um Kinder handelt. Den Anwohnern jedenfalls graut schon jetzt vor den Sommerferien. „Denn wenn die Kinder viel Zeit haben, ist es immer besonders schlimm.“

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