Ohne Genehmigung : Bäckerei-Abriss verzögert sich

Gestern ruhten die Abrissarbeiten.  In wenigen Tagen sollen diese fortgesetzt werden.  Fotos: volker bohlmann
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Gestern ruhten die Abrissarbeiten. In wenigen Tagen sollen diese fortgesetzt werden. Fotos: volker bohlmann

Eigentümer müssen Unterlagen für Rückbau nachreichen / Landkreis fehlt Abrissanzeige

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04. März 2014, 00:00 Uhr

Baustopp im Industriegebiet: Der Abriss der ehemaligen Großbäckerei von Gadebusch ruht bis auf Weiteres. Nach SVZ-Informationen erging Ende vergangener Woche eine entsprechende Verfügung des Landkreises Nordwestmecklenburg an die Bobitzer Abriss- und Recycling GmbH. Das Unternehmen hat vor zirka vier Wochen mit dem Rückbau des alten DDR-Industriebauwerkes begonnen. Auftraggeber ist die Hamburger F.e.l.i.x. Trading GmbH, die unter anderem im Immobilienmarkt geschäftlich unterwegs ist. Ein Sprecher des Hauses bestätigte die Zielvorgaben zum kompletten Abriss: „Bis April wollen wir das Projekt abschließen. Ideen für eine Nachnutzung des Areals gibt es, aber bislang nichts Konkretes.“ Lange Zeit habe das Unternehmen auch Pläne zur Errichtung eines Logistikzentrums verfolgt, was sich aufgrund der Lage nicht realisieren ließ.

Wie Rommy Elßner vom Bauamt Gadebusch gegenüber der SVZ sagte, waren vor Jahren ebenso ein Möbelhaus und ein Diskobetreiber im Gespräch. Die Realisierung solcher Umnutzungskonzepte wäre allerdings sehr kostspielig gewesen.

Unter den letzten Nutzern finden sich Mitglieder einer Airsoft-Gruppe, die ihren Spaß im taktischen Geländesport finden. Auch das ist am Standort Gadebusch Geschichte.

Bürgermeister Ulrich Howest hat erst einmal nur einen Wunsch: Die Abrissarbeiten sollen fortgesetzt werden. Howest: „Die Ruine hat mehr als ein Jahrzehnt unser Stadtbild beeinflusst. Jetzt erhalten wir die Chance, etwas ganz Neues zu etablieren.“ Klar sei aber auch, dass der Eigentümer Herr des Verfahrens ist.

Der Vorarbeiter der Abbruchfirma wartet unterdessen auf die Genehmigung zum Fortgang der Arbeiten: „Am Freitag war ein Gutachter vor Ort. Ich gehe davon aus, dass jetzt alle erforderlichen Papiere vorliegen.“ Wie der Landkreis Nordwestmecklenburg auf Anfrage der SVZ mitteilte, erging der Abrissstopp eben wegen der bislang nicht vollständig vorliegenden Unterlagen. Pressesprecherin Petra Rappen: „Der Abriss hätte im Vorfeld angezeigt werden müssen, was nicht erfolgt ist.“ Werden keine seltene Vogel- und Tierarten in der Ruine festgestellt, gehe sie von einem zügigen Fortgang der Arbeiten aus.

Für einige ehemalige Mitarbeiter der Großbäckerei wurden mit Beginn des Rückbaus so einige Erinnerungen wach. Die Bauarbeiter der Bobitzer Abriss- und Recycling GmbH erzählen von Besuchern auf der Baustelle, die von ehemaligen Produktionsanlagen, der Kistenwäscherei oder der Backstube berichteten. Jeder habe ein Stück seiner Lebensgeschichte erzählt, so der Vorarbeiter.

Die letzte Schicht bei der Mecklenburg Bäckerei Gadebusch wurde am 17. Januar 1992 gefahren. Wenn Sie liebe Leser, Fotos, Erinnerungen und Geschichten aus der Zeit haben, schreiben Sie uns.

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