Zierow : Baby-Wal tot an Strand gespült

1 von 2

Keine äußeren Verletzungen zu erkennen

svz.de von
04. Juli 2014, 21:15 Uhr

Ein totes Schweinswal-Baby sorgte jetzt für Aufmerksamkeit am Zierower Strand bei Wismar. Mit etwa 80 Zentimetern Länge und gut 30 Kilogramm Gewicht dürfte der Kadaver gewiss nicht zu den größten Funden gehören, die bisher in der Region der Wismarbucht entdeckt wurden. Dennoch können Schweinswale bis zu 1,40 Meter groß werden.

Trotzdem fand auch dieser kleine Meeressäuger nicht nur das Interesse, sondern auch etwas Mitleid bei den Strandbesuchern und Badegästen. Einige von ihnen entdeckten das tote Tier etwa 100 Meter vom DLRG-Wachturm entfernt. Vertrauensvoll wandten sich die Leute an den diensthabenden DLRG-Wachführer Christian Schmatze, der mit Unterstützung von Gemeindemitarbeitern die Information an die zuständigen Behörden weiterleitete.
Interessant dürfte die Tatsache sein, dass Tage zuvor ein Langstreckentaucher der im weit reichenden, flachen Gewässer trainierte, über die Beobachtung eines ungewöhnlich großen Fisches berichtete. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei bereits um das Schweinswal- Baby handelte. Das hat in diesem Flachwasserbereich, einem Gebiet mit etlichen Untiefen unter anderen der von Lieps, vermutlich die Orientierung verloren und so im flachen und nährstoffarmen Wasser keine Nahrung mehr gefunden. Zumindest waren keine äußerlichen Verletzungen am Wal-Baby zu erkennen. „Ich konnte ja das tote Tier nicht einfach entsorgen oder vergraben“, erklärte der DLRG-Ehrenamtler Christian Schmatze.

Deshalb wurden über den Dienstweg das zuständige Ordnungsamt Klützer Winkel sowie das Veterinäramt in Grevesmühlen informiert. Dort liegt der Miniwal inzwischen in einer Kühlzelle. Ob sich jemand von Seiten der Meeresbiologen dafür interessiert, war bis Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Eine der spektakulärsten Aktionen und sehr viel schwergewichtiger in Sachen toter Wal ereignete sich übrigens vor fast genau zehn Jahren in der Wismarbucht.

So wurde am 6. Juni 2004 ein etwa acht Tonnen schwerer Zwergwalkadaver, vermutlich sogar bereits mehrere Wochen tot und ohne äußerliche Verletzungen, ebenfalls im Seegebiet von Lieps entdeckt. Ein Küstenstreifenboot der Polizeiinspektion Wismar nahm das tote Tier in Schlepp und brachte ihn zum Kranbereich des Seehafens. Von dort aus trat der riesige Meeresssäuger per Tieflader seine letzte Reise zum Stralsunder Meeresmuseum an.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen