zur Navigation springen

Berufliche Schulen in MV : Azubis nach Zierow? Kein Problem

vom

Des einen Leid, ist des anderen Freud. 24 jungen Männer und Frauen, die eine Ausbildung an der privaten beruflichen Schule Ecolea absolvierten, müssen nun ihre Sachen packen und werden auf staatliche Schulen verteilt.

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 06:21 Uhr

Wismar/Schwerin | Des einen Leid, ist des anderen Freud - dieses Sprichwort passt momentan wohl auf die Situation der beruflichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, wie kein anderes. Denn die 24 jungen Männer und Frauen, die eine Ausbildung zum Koch, Hotel- und Restaurantfachmann oder zur Fachkraft im Gastgewerbe an der privaten beruflichen Schule Ecolea absolvierten, müssen nun ihre Sachen packen und werden auf die staatlichen Schulen in Zierow und Parchim verteilt.

"Klar ist die Art und Weise, wie alles abgelaufen ist, vor allem für die Auszubildenden und auch die Ausbildungsbetriebe nicht sonderlich schön, aber wir gehen damit jetzt ganz normal um", sagt Holger Stein, Schulleiter der beruflichen Schule des Landkreises Nordwestmecklenburg in Wismar. Er habe sich mit den einzelnen Ausbildungsleitern in den Restaurants und Hotels unterhalten, damit die Umstellung nicht zu Komplikationen führe. "Das Gute ist, dass unser Lehrprogramm nicht wie an den allgemeinbildenden Schulen funktioniert, sondern jeder Fachbereich an den Berufsschulen hat die gleichen Lerninhalte, das macht einen Wechsel einfach", erklärt der Schulleiter weiter.

Durch intensive Gespräche konnten der Schulleiter bei der Turnusplanung gezielt auf die Wünsche der Ausbildungsbetriebe eingehen und beispielsweise nicht zwei oder drei Azubis eines Ausbildungsunternehmens und des gleichen Fachbereiches in eine Klasse "stecken", damit ein großer Arbeitsausfall für Unternehmen vermieden werden könnte. "Nach den Gesprächen habe ich gemerkt, dass einige Betriebe dieser Veränderung nun positiv gegenüberstehen", so Stein. Lediglich die Reisekosten, die auf die Azubis zukommen würden, bereiteten den Ausbildungsleitern weiterhin Sorgen. "Aber auch dafür haben wir eine einfache Lösung. Ungefähr 200 Meter von der Schule in Zierow entfernt, haben wir ein Internat, in dem die Jugendlichen übernachten können." So seien sie dann von Montag bis Freitag vor Ort und könnten dann das Wochenende zu Hause verbringen. Eine Nacht in dem Internat koste 9,50 Euro und auch eine Mensa gäbe es dort, berichtet Stein. "Also eigentlich haben die jungen Leute hier alles, was sie brauchen", sagt er. Dennoch verstehe er den Unmut, nach der Bekanntgabe, dass die Ecolea in Schwerin ihren Schulbetrieb einstellen müsse, so der Schulleiter. "Die Betriebe wurden einfach schlecht darauf vorbereitet." Nun seien aber die ersten Azubis in der Schule angekommen und "soweit ich weiß, ist alles gut gegangen und sie haben sich hier zurecht gefunden", so der Schulleiter.

Der Bildungsminister von MV, Mathias Brodkorb, hatte die Schließung der privaten Berufsschule gefordert, da der Bestand der öffentlichen Gastro-Schulen in Parchim und Zierow durch die private gefährdet sei. Das Gericht habe die Schließungsverfügung bestätigt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen