Azubi-Mangel verschärft sich

Dirk Heyden (3.v.r.) von der Agentur für Arbeit Schwerin im Gespräch mit Anja Godknecht von der Servitex Nord GmbH. Heyden  spricht von einem Missverhältnis zwischen Ausbildungsmöglichkeiten und den Wünschen der jungen Menschen in Westmecklenburg.
Dirk Heyden (3.v.r.) von der Agentur für Arbeit Schwerin im Gespräch mit Anja Godknecht von der Servitex Nord GmbH. Heyden spricht von einem Missverhältnis zwischen Ausbildungsmöglichkeiten und den Wünschen der jungen Menschen in Westmecklenburg.

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07. November 2012, 08:01 Uhr

Gadebusch/Lüdersdorf | Für Unternehmen im Landkreis Nordwestmecklenburg könnte sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt weiter verschärfen. Zwar sei die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ausgesprochen hoch, demgegenüber stünden aber immer weniger Bewerber. Das sagte Dirk Heyden von der Agentur für Arbeit Schwerin bei einem Ausbildungsmarktgespräch im Lüdersdorfer Gewerbegebiet. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Zahl der Jugendlichen mit Regionalschul-Abschluss verkleinern und sich der Wettbewerb um sie verschärfen werde. Heyden macht klar: "40 Prozent aller Jugendlichen, die in den nächsten Jahren die Schule verlassen, sind Abiturienten."

Nach seinen Angaben hat sich der Ausbildungsmarkt komplett verändert und es gebe auch in Nordwestmecklenburg einen Mangel an Bewerbern. "Das führt dazu, dass Betriebe die Attraktivität ihres Unternehmens und der Ausbildung in ihrem Betrieb noch deutlich stärker hervorheben müssen, als sie es bislang machen mussten", so Heyden. Die Relation, dass auf einen Bewerber derzeit 1,45 Ausbildungsstellen kommen, wird sich in Nordwestmecklenburg auf ein Verhältnis von 1:2 verschieben. "Die Schere wird sich dabei noch weiter öffnen", so Heyden. Aktuell gibt es 236 unbesetzte Ausbildungsstellen in Westmecklenburg. Demgegenüber stehen 25 unversorgte Bewerber.

"Leider stimmen die Wünsche der jungen Menschen häufig nicht mit den angebotenen Ausbildungsplätzen überein", sagt Heyden. Sie würden sich auf wenige Berufe konzentrieren. "Dabei gibt es allein in Westmecklenburg über 300 unterschiedliche Ausbildungsberufe, die angeboten werden. In der Bundesrepublik sind es 500", verdeutlicht der Arbeitsmarktexperte. Er spricht von einem gravierenden Missverhältnis zwischen Ausbildungsmöglichkeiten und den Wünschen der jungen Menschen. Dabei sollte gerade die Berufswahl eine rationale und keine irrationale sein, die auf mangelnder Informationsbasis getroffen werde und häufig unter dem Einfluss von Eltern und Mitschülern stehe.

Junge Frauen wollen vor allem Arzthelferin, Kauffrau im Einzelhandel, Bürokauffrau und Friseurin werden. Bei jungen Männern zählen der Kfz-Mechaniker, Fachlagerist, Kaufmann im Einzelhandel, Verkäufer und Landwirt zu den Top 5 der Ausbildungsberufe.

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