Rallye bei Grevesmühlen : Autos wühlen sich durch Schlamm

Die Fahrer müssen gerade in der Nachtprüfung waghalsige Manöver absolvieren.  Fotos: Maik Freitag
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Die Fahrer müssen gerade in der Nachtprüfung waghalsige Manöver absolvieren. Fotos: Maik Freitag

Grevesmühlener laden zur Geländewagen-Rallye in Rolofshagen ein / Besucher können auch ihre eigenen Fahrzeuge testen

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16. August 2016, 21:00 Uhr

Man muss schon leicht verrückt sein, wenn man eine sogenannte Mad Trophy, eine Geländefahrt mit höchsten Ansprüchen, hinter sich bringen will. Schlammlöcher bis vier Meter tief oder Böschungen mit einem Winkel von mehr als 20 Prozent wird es trotzdem auch in diesem Jahr wieder in Rolofshagen auf dem Gebiet eines ehemaligen Armee-Stützpunktes geben. Der Zuspruch ist auch bei der 20. Auflage an diesem Ort ungebrochen. Sowohl am Freitag, 26. August, als auch am Sonnabend, 27. August werden sich mindestens 14 Geländewagenteams und fast 20 Quadteams an die schwierigste Herausforderung machen, die der Motorsport hergibt. Bis zu 300 000 Euro teuer sind die Geländewagen.

„Die Teams kommen aus den Niederlanden, Polen und vielleicht England“, erklärte Bodo Ramesch, Vorsitzender der Off-Road Gemeinschaft Nord (ORG Nord). Gerade von den Niederländern verspricht sich Ramesch ein echtes Spektakel. „Wie die fahren, kann man eigentlich nicht toppen“, erklärte der 53-Jährige. Er selbst nehme auch hin und wieder an diesen Geländefahrten teil, doch beim Heimspiel kümmern er und seine mehr als 30 Helfer sich um die Absicherung der eigenen Veranstaltung.

Bereits kurz nach der Anreise beginnt am Freitag, 26. August um 21 Uhr das Prologfahren. Das heißt, es geht zwei Stunden lang um einen schwierigen Rundkurs. Der Zieleinlauf entscheidet darüber, wer am darauf folgenden Sonnabend ab 10 Uhr beim Sektionsfahren als Erster startet. „Das ist ein riesen Vorteil. Denn die Strecke, vor allem die Löcher, sind noch nicht so ausgefahren und man kommt besser durch“, erklärte Bodo Ramesch. Die besten Chancen habe ein Engländer mit einer Mercedes G-Klasse. „An dem Auto gibt es nichts zu meckern. Das kostet zwar rund 300 000 Euro, aber dafür ist es besser geeignet für solche Prüfungen als jedes andere“, sagte er. Allerdings wird in verschiedenen Klassen gestartet, um allen eine Chance zu geben. Dazu gehören seriennahe sowie verbesserte Fahrzeuge und Prototypen. Letzteren ist kein Limit vorgegeben. Allerdings können tagsüber auch Fans dieser Geländefahrt ihre eigenen Fahrzeuge mal testen und schauen, wie weit sie kommen. „Das sollte man sich allerdings genau überlegen“, erzählte Ramesch.

Das größte Spektakel bietet auch bei der 20. Auflage in Rolofshagen die Nachtfahrt. Erst gegen 22.30 Uhr werden sich die Fahrzeugführer mit ihren Geländewagen in das Dunkel der Nacht wagen und müssen genauso präzise fahren wie am Tag. Mit der Siegerehrung und einer After-Race-Party geht der zweite Tag schließlich zu Ende.

Ausklingen wird die Veranstaltung am Sonntag mit dem Stangen-Spaß-Fahren. Hier müssen 20 im Gelände versteckte Stangen gefunden werden. Mit einer an einem 50 Zentimeter langen Band hängenden Zange muss eine Fahrtenkarte entwertet werden. „Das klappt aber nur, wenn man fast auf den Zentimeter genau an die Stange heran fährt“, erklärte der Vereinsvorsitzende.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei und wer die wohl bemerkenswertesten Autofahrer unserer Zeit einmal hautnah erleben möchte, ist auf dem Vereinsgelände genau richtig.

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