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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. Oktober 2017 | 03:12 Uhr

Blitzer aus Wismar : Autofahrer sehen rot

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Vetro Verkehrselektronik aus Wismar stellt Kunden stationäre und mobile Blitzer zur Verfügung

svz.de von
erstellt am 30.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Welcher Autofahrer sieht schon gerne rot? Weder an der Ampel noch am Straßenrand. Das Unternehmen Vetro aus Wismar sorgt für Rotlicht und dass dabei alles mit rechten Dingen zugeht.

Vetro Verkehrselektronik vermietet mobile und stationäre Blitzer an Kommunen. Die Firma übernimmt auch die Wartung und Reparatur der Geräte. Ein Rundum-Paket für die Auftraggeber. „Dieser Trend hat stark zugenommen“, sagt Thomas Fabricius von Vetro. Immer mehr Kommunen mieten solche Anlagen statt sie zu kaufen.

Doch bis der Blitzer am Straßenrand seine Arbeit aufnehmen kann, vergehen Jahre. Jedes Gerät wird von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig auf Herz und Nieren geprüft. Ohne diese Zertifizierung darf sie nicht zur Verkehrsüberwachung eingesetzt werden, erklärt Thomas Fabricius. Auch die Entwicklung eines Blitzers dauert Jahre. Die Technik ist aufwändig und muss vor allem absolut fehlerfrei arbeiten.

Vetro ist seit zwei Jahren eine Tochterfirma von Vitronic aus Wiesbaden. Dort werden die Blitzer entwickelt und gebaut. In der Hansestadt wird die Technik dann an den Straßenrand gebracht.

Klaus-Rainer Schmidt ist seit 1992 bei Vetro. „Am Anfang dachte ich, dieses Geschäft ist nach ein paar Jahren überflüssig“, erzählt er. In den 90er Jahren passierten viele, auch tödliche, Unfälle. Schmidt dachte, nach einiger Zeit haben sich alle an die schnellen Autos und neuen Straßen gewöhnt. Heute nun, 21 Jahre später ist er noch immer bei Vetro. Die Anlagen, die seine Firma vermietet, sind komplexer und besser geworden. Das Prinzip aber ist immer noch das gleiche: Wer zu schnell fährt oder bei Rot über eine Ampel wird geblitzt.

Heute wird zur Überwachung Lasertechnologie eingesetzt. So eine Anlage wie sie beispielsweise in Lützow oder Mallentin steht, kann in beide Fahrtrichtungen kontrollieren und kostet gut 100 000 Euro.

„Der Laser erfasst die Fahrzeuge in einer Entfernung von 75 Metern“, sagt Thomas Fabricius. Also bevor der Fahrer die Anlage bemerkt, hat sie ihn schon im Visier. Aus dem Weg und der Zeit, die das Fahrzeug benötigt, wird die Geschwindigkeit berechnet. Ist sie zu hoch, sieht er rot. „Den Fotofixpunkt bestimmt die Anlage selber“, sagt Fabricius. Das heißt, abruptes Abbremsen hilft nicht mehr wirklich. Das Foto kann da schon längst im Kasten sein. Ausweichen hilft auch nichts. Die neuen Anlagen verfolgen das Fahrzeug auch über mehrere Spuren hinweg. Entkommen unmöglich.

Zehn bis zwölf Stunden am Stück kann so eine Anlage arbeiten. Und robust sind die Geräte auch: aus Stahl, mit Panzerglas und Alarmmeldern ausgestattet, denn so manch ein Ertappter hat seine Wut schon an den Blitzern ausgelassen.

Außerdem werden die Daten gleich online an die zuständige Bußgeldstelle weitergeleitet. Und zum Trost für alle leidgeprüften Autofahrer sei dies angemerkt: „Ich bin schon von unseren eigenen Geräten geblitzt worden“, sagt Klaus-Rainer Schmidt.

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