Gadebusch : „Auswirkungen, die heftig sind“

Die Unterschiede bei den Öffnungsregeln für Baumärkte in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bekommt die Raiffeisen-Handelsgenossenschaft Gadebusch zu spüren.
Die Unterschiede bei den Öffnungsregeln für Baumärkte in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bekommt die Raiffeisen-Handelsgenossenschaft Gadebusch zu spüren.

Unternehmer Andreas Thielbörger kritisiert Ungleichbehandlung in Corona-Zeit

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07. April 2020, 05:00 Uhr

„Der April und der Mai sind die umsatzstärksten Monate im Jahr. Dann erwirtschaften wir 35 bis 40 Prozent des Jahresumsatzes. Wenn der Umsatz im April ausfällt, ist das für uns wirtschaftlich sehr schlimm. Das hat Auswirkungen, die heftig sind“, sagt Andreas Thielbörger, Vorstand der Raiffeisen-Handelsgenossenschaft Gadebusch. „Der Umsatz kann nicht nachgeholt werden. Er wird in der Bilanz fehlen.“ Thielbörger blickt sorgenvoll in die Zukunft und hofft, dass die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht allzu lange dauern.

Zum Unternehmen gehören vier Standorte mit etwa 40 Mitarbeitern. Im zum 1. Januar dieses Jahres übernommenen Raiffeisen-Markt in Ratzeburg werden alle Privat- und Gewerbekunden wie gewohnt bedient, vorübergehend auch sonntags. In Mecklenburg, wo es weniger Corona-Fälle gibt, sieht es etwas anders aus. Auch hier sind die Standorte weiter geöffnet. Sie dürfen aber nur von Gewerbekunden uneingeschränkt betreten werden. Privatkunden können den Abhol- und Lieferservice nutzen. Dies betrifft den Raiffeisen-Markt in Rehna sowie den Markt an der Rehnaer Straße in Gadebusch und den Baustofffachhandel an der Gadebuscher Industriestraße. In Niedersachsen sind die Bau- und Gartenmärkte seit dem vergangenen Wochenende wieder für alle Kunden geöffnet. Diese Ungleichbehandlung kann Thielbörger nicht verstehen. Auch nicht, dass es zum Beispiel möglich ist, Blumenerde bei Lebensmittel-Discountern zu kaufen, nicht aber auf herkömmlichem Wege im Baumarkt.

„Etwas mehr Praxistauglichkeit wäre schön. Wir sind auf den regionalen Markt angewiesen. Aber jammern nützt nichts“, so Andreas Thielbörger. Er hofft, dass mit dem Abhol- und Lieferservice für Privatkunden etwas Geld in die Kasse gespült und Verluste aufgefangen sowie Kundenwünsche erfüllt werden können. Wer möchte, lässt sich Waren liefern oder holt Bestelltes nach vorheriger Absprache ab. Die Mitarbeiter der Märkte in Gadebusch und Rehna stellen die Waren zusammen und bringen sie dann zur Tür. „Dabei wird natürlich strikt auf Hygiene und Abstand geachtet.“

„Das ist zwar für uns ein Riesenaufwand mit wenig Umsatz und auch kein klassisches Einkaufen, wie man es gewohnt ist“, sagt Thielbörger. Es sei aber eine gute Möglichkeit, sich mit wichtigen Dingen zu versorgen. Ein Großteil des Umsatzes werde beispielsweise mit Futtermitteln für Tiere gemacht. „Aber im Gegensatz zum Abholservice wird die Liefermöglichkeit derzeit noch sehr wenig genutzt.“

Thielbörger befürchtet, dass aufgrund der Corona-Einschränkungen viele Unternehmen Schwierigkeiten bekommen werden. „Im Vergleich zu Schleswig-Holstein ist die Wirtschaft in Mecklenburg nach wie vor fragil. Ich drücke allen Gewerbetreibenden, die betroffen sind, die Daumen. Wir müssen möglichst schnell aus der unverschuldeten Lage herauskommen. Aktuell ist es besonders hart.“

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