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Grenzhus Schlagsdorf : Ausstellung erinnert an Widerständler

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Im Grenzhus Schlagsdorf wird eine neue Ausstellung eröffnet, mit der sich das Haus als Lern- und Informationsort im Land etablieren will. Sie erinnert an Michael Gartenschläger, der zum Gegner der SED-Kultur wurde.

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erstellt am 22.Feb.2013 | 08:33 Uhr

Schlagsdorf | Im Grenzhus Schlagsdorf laufen die Vorbereitungen für eine neue Ausstellung, mit der sich das Haus als Lern- und Informationsort in Nordwestmecklenburg und über die Regionalgrenzen hinaus weiter etablieren will. Nach der Eröffnung der Grenzwege im Herbst vergangenen Jahres wird das Informationszentrum mit der Sonderausstellung "Michael Gartenschläger - Leben und Sterben zwischen Deutschland und Deutschland" an eine herausragende Persönlichkeit gedenken, als auch an den 60. Jahrestag des Volksaufstandes am 17. Juni 1953. Zudem wird es ein umfangreiches Begleitprogramm und pädagogische Angebote für Schulklassen geben. Den Besuchern soll ermöglicht werden, sich intensiv mit den Ereignissen aus dem nördlichen Abschnitt der innerdeutschen Grenze sowie dem Widerstand und den Repressionen unter der SED-Herrschaft auseinanderzusetzen. Eröffnet wird die Ausstellung in einer Woche, am Freitag, dem 1. März, um 14 Uhr.

"Michael Gartenschläger protestierte gegen den Mauerbau, wurde verhaftet und zum Staatsfeind erklärt. Im Gefängnis entwickelte er sich zum Gegner der SED-Diktatur, der auch nach seinem Freikauf in der Bundesrepublik die Menschenrechtsverletzungen in der DDR anprangerte", erklärt Andreas Wagner, Projektleiter Grenzhus, den Hintergrund der Ausstellung. "Ein Spezialkommando der Grenztruppen erschoss ihn 1976, als er zum dritten mal eine Splittermine SM 70 vom DDR-Grenzzaun abbauen wollte, um auf die Menschenrechtsverletzungen im DDR-Grenzregime aufmerksam zu machen", so Wagner weiter.

Michael Gartenschläger steht stellvertretend für viele Todesopfer der SED-Diktatur und erinnert an Widerstand und Unterdrückung in der DDR. Seine Geschichte soll auch in den Schulen erzählt werden. Aus diesem Grund haben Projektleiter Dr. Wagner und seine Mitarbeiter ein begleitendes Programm zur Sonderausstellung entwickelt, das Lehrern Ideen für die pädagogische Arbeit mit der Biografie von Gartenschläger, der innerdeutschen Grenze und der deutschen Teilung vermitteln soll. So wird es ein Seminar geben, das die unterschiedlichen und doch miteinander verbundenen Historien der beiden deutschen Staaten in den Mittelpunkt rückt. Außerdem wird ein Vortrag zu hören sein, in dem der Fall Gartenschläger juristisch aufgearbeitet und in die historische Zusammenhänge eingeordnet wird.

Unterstützt wird die Wanderausstellung von der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, der Landesbeauftragten Mecklenburg-Vorpommern für die Stasi-Unterlagen, der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Das Grenzhus, Informationszentrum zur innerdeutschen Grenze, Neubauernweg 1 in Schlagsdorf, hat Montag bis Freitag von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet sowie am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Die Ausstellung kann bis zum 12. Juli besichtigt werden.

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