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Zoff um Haushalt in Gadebusch : Ausschüsse greifen Verwaltung an

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Verwaltungschef reagiert mit Unverständnis auf den Vorwurf, dass Finanz-Mitarbeiter nicht an Haushaltsberatungen teilnehmen

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Thomas Konieczny ist sauer. Und auch Klaus Leuchtemann steigt die Zornesröte ins Gesicht. Da soll der Haushalt für die Münzstadt in den verschiedenen Ausschüssen der Gadebuscher Stadtvertretung diskutiert werden. Doch weder bei den Zusammenkünften des Finanz- noch jüngst im Kultur- und Sozialausschuss sei ein Mitarbeiter der Abteilung Finanzen anwesend gewesen, um das städtische Zahlenwerk zu erläutern oder aber Fragen zu diesem zu beantworten.

„Wir hatten einen Mitarbeiter des Fachdienstes Finanzen zu unserer Sitzung eingeladen. Doch von unserem Leitenden Verwaltungsbeamten Herrn Jankowski mir wurde nur mitgeteilt, dass niemand teilnehmen könne“, sagt Klaus Leuchtemann in der Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses. Ähnliches beschreibt Thomas Konieczny. Auf der letzten Sitzung des Finanzausschusses, der sich gleichfalls mit dem Haushaltsentwurf beschäftigen wollte, hätte der Fachdienst Finanzen ebenfalls mit Nichtwanwesenheit geglänzt. „Der Haushaltsentwurf ist da, die Vereine stehen vor der Tür und die Verwaltung geht in Urlaub“, schimpft der Kommunalpolitiker der Stadtfraktion Die Linke.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, reagiert der Gadebuscher Verwaltungschef mit Unverständnis. „Es muss doch nicht immer eine spezielle Person vor Ort sein, um Fragen zu beantworten. Das haben wir in den Vorjahren auch nicht so gehandhabt. Man kann die Fragen auch notieren und der Mitarbeiterin der Verwaltung mitgeben, die ja anwesend war“, sagt Matthias Jankowski. Außerdem, so Jankowski weiter, gäbe der Vorbericht zum Haushalt über selbigen Auskunft genug. Zur Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses hätte wegen Urlaubs und aus persönlichen Gründen kein Mitarbeiter des zuständigen Fachbereichs dabei sein können. Und bei der Zusammenkunft des Finanzausschusses sei doch Rommy Elßner dabei gewesen. Der oberste Stadtverwalter: „Frau Elßner ist doch immerhin meine Stellvertreterin und lange genug im Geschäft, um Auskunft geben zu können.“ Dass Frau Elßner Leiterin eines ganz anderen Fachbereichs, nämlich des Bau- und Ordnungsamtes ist, lässt er hier außer Acht.

Dabei hätten die Mitglieder beider Ausschüsse gern ein paar Ungereimtheiten aus dem Weg geräumt haben wollen. Und so blieb beiden Ausschüssen nichts anderes übrig, als den Haushaltsentwurf der Stadt Gadebusch für das bereits laufende Jahr 2017 lediglich zur Kenntnis zu nehmen.

Wohl vor allem aus der daraus resultierenden Unzufriedenheit lädt die Stadtfraktion der Partei Die Linke nun alle Gadebuscher für Montag, den 20. Februar zu einer Einwohnerversammlung ein. Einziges Thema: der Haushalt der Münzstadt für das Jahr 2017. „Es geht uns auch um Ihre Vorschläge, Anregungen und Wünsche, damit diese eventuell noch berücksichtigt werden können, bevor der Haushalt am 27. Februar in der Stadtvertretung beschlossen wird“, appelliert Fraktionsvorsitzende Sonja Weise an alle Bürger zu einer regen Beteiligung. Als Gast hat Bürgermeister Ulrich Howest seine Teilnahme bereits zugesagt. Beginn der Einwohnerversammlung ist um 19 Uhr in der Mensa der Heinrich-Heine-Schule.

Kommentar des Autors: Die schlechteste Ausrede der Welt
Oh oh, das klingt nicht gut. Da sollen Volksvertreter über einen Haushaltsentwurf   beraten und in der Verwaltung scheints die entscheidenden Personen nicht wirklich zu interessieren. Dabei geht es hier doch nicht um Pillepalle, sondern um Geld. Viel Geld. Unter anderem für Vereine, Kultur, Schule, Gesundheit und Sport. Und dann das: Die  Ausschussmitglieder könnten ihre Fragen doch auch schriftlich formulieren, es müsse keine spezielle Person vor Ort sein. Als Krönung: Das habe man doch schon immer so gemacht. – Dass ich nicht lache, das ist ja wohl die schlechteste Ausrede der Welt. Ein typisches Totschlagargument der Bürokratie.


 

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