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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 03:52 Uhr

Ausmustern oder volltanken?

vom

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2012 | 11:23 Uhr

Wismar | Seit mehr als 20 Jahren fährt der Bücherbus durch die Region und versorgt Menschen im ländlichen Raum mit Lesestoff. Schon seit Jahren diskutiert die Politik darüber, ob der Bücherbus noch zeitgemäß ist, ob Aufwand und Nutzen in einer akzeptablen Relation stehen und ob feste Standorte in einigen Dörfern nicht sinnvoller erscheinen als eine rollende Bibliothek. Wenn heute um 16.30 Uhr die Mitglieder des Ausschusses für Bildung und Kultur des Landkreises Nordwestmecklenburg tagen, dann steht einmal mehr der Bücherbus auf dem Prüfstand.

Den Bücherbus ausmustern oder weiter volltanken? "Weiter volltanken", sagt Björn Griese. Für den Vorsitzenden der Fraktion Die Linke im Kreistag steht fest: "Wir brauchen keine Diskussion ohne Not um die Fahrbibliothek, die sich bewährt hat. Und die Gemeinden, durch die der Bücherbus fährt, brauchen keine Unsicherheit."

In der vergangenen Sitzung wurde die Verwaltung aufgefordert, für den heute stattfindenden Ausschuss die tatsäch lichen Kosten für den Bücherbus und eine stationäre Bibliothek zu ermitteln. Stationäre Bibliothek, die brachte in der Juni-Sitzung der Ausschuss-Vorsitzende Klaus Becker (CDU) ins Gespräch. "Stationäre Bibliotheken haben den Vorteil, - anders als der Bücherbus, der vielleicht zwei Mal im Monat das selbe Dorf anfährt -, dass sie Kontinuität bringen." Mit Blick auf das EU-Programm für lebenslanges Lernen sei dies in dieser Region besonders wichtig, denn, laut Bertelsmann-Studie, hinke der Nordosten in vielen Bereichen hinterher. Mit dem Kreistagsbeschluss, dass der Bücherbus solange fährt, bis er keine TÜV-Zulassung mehr bekomme (nächste Hauptuntersuchung ist im Februar 2013) könne man, so Becker, auf Dauer nichts anfangen.

Wer soll die stationären Bibliotheken besetzen. Fachkräfte oder Ehrenamtliche? Und wie soll das finanziert werden? Diese Fragen stellt Björn Griese von der Partei Die Linke. "Wenn der Bücherbus wegfällt, gibt es in den kleineren Gemeinden im Südwesten des Kreises keine Angebote mehr für Leser und auch nicht für Kinder, die fürs Lesen begeistert werden können", so Griese, der in Sachen höherer Förderung auch das Land in die Pflicht nehmen möchte.

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