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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 23:28 Uhr

Wismar : Ausklang am Kreuzfahrt-Kai

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

MS Albatros zu Besuch in Wismar / Kapitän empfing Repräsentanten der Hansestadt Wismar vor Weiterfahrt nach Südafrika

Mit dem Anlauf von MS „Albatros“ endet die Kreuzfahrtsaison in Wismar. Vier Stunden Zeit um Wismar zu erleben sind gewiss nicht viel. Doch mehr Landgang gab es in Travemünde auch nicht. Zudem befanden sich die etwa 800 Passagiere ohnehin nur auf einer viertägigen Schnuppertour unter dem Motto „Weihnachtsmärkte der Ostsee“. Und die führte ab Hamburg und zurück auch über Kiel, Kopenhagen und zu besagten, weiteren beide Destinationen.

Zum Erstanlauf in Wismar zeigte sich der 205 Meter lange und 25 Meter breite Kreuzfahrer, der einst als „Royal Viking Sea“ 1973 in Fahrt ging, seinem Beinahmen „weiße Lady“ gerecht werdend, in frischer Farbe: Der Grund: Vorangegangen war eine umfangreiche Überholung des Schiffes innen und außen während eines zweiwöchigem Werftaufenthaltes in Hamburg.

Erstbesuch bedeutet stets Aufwartung Repräsentanten des Hafens an Bord. Doch die Grußüberbringer von Land sahen sich plötzlich gleich zwei Kapitänen gegenüber. Das waren der Holländer Robert Frombroek, der seit Hamburg an Bord das Sagen hat und Morten Hansen, dem norwegischen Stammkapitän und bereits in Zivil.

Doch das nutze dem nicht viel. Noch ehe er die offiziellen Repräsentanten begrüßen konnte, wurde er durch eine weibliche Fan-Gästeschar zum gemeinsamen Foto „okkupiert“. Schließlich besitzt Käpt’n Hansen aufgrund der TV-Serie „Verrückt nach Meer“ längst einen bemerkenswerten Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad.

So kam es, das Wismars Bürgermeister Thomas Beyer, weil am dichtesten dran, erst mal Fotos von Hansen und seinen Fans machen musste.

Dann war in einer Salonecke auf Deck neun endlich gemütlicher Smalltalk angesagt, um das eigentliche Anliegen zu erfüllen: ein Wismarwappen mit Stadtsiegel, gegen andere Erinnerungsstücke vom Schiff auszutauschen. „Ich fahre nur mit zu einer moralischen Unterstützung und schau, das alles so läuft“, klärt Morten auf und dass er so richtig aufgekratzt sei, dass sein Urlaub pünktlich mit Hafenanlauf Hamburg und dem Heiligen Abend beginnt. Anschließend darf es dann wieder weitergehen mit ihm und 50 neuen Folgen auf „Verrückt nach Meer“.

Der deutsch sprechende Norweger ist bei Passagieren und Zuschauern gleichsam bekannt, weil er mit seiner lockeren und freundlichen Art stets gute Laune verbreitet. Der Serienauftakt in der ARD begann bereits 2010. Statt Herz- und Schmerz-Geschichten à la Traumschiff stehen auf der „Albatros“ Geschichten über das Bordleben aus Sicht der Besatzung und der echten Passagiere im Vordergrund.

Für Kapitän Frombroek und seine 340-köpfige Crew beginnt dagegen mit Weihnachten der große Törn vom Winter in die Tropensonne. „Heiligabend werden wir noch in der Nordsee vor dem Englischen Kanal verleben, die Weihnachtstage in der Biskaya“, erklärt er. Doch sein Minenspiel lässt vermuten, dass die See dort etwas unruhig werden könnte. Doch dann kommen nur noch Reisehöhepunkte, wie die Kanaren, Kapverden, Dakar, St. Helena. Die Reise endet am 19. Januar in Kapstadt.

„Ich habe das Schiff und seinen nostalgischen Charme gleich akzeptiert“, sagt der 40-jährige Kapitän. Zugegeben, nicht nur eine weiße, sondern Grand Old Lady ist sie, die Albatros, die nach 42 Jahren immer noch den klassisch-familiären Kreuzfahrtcharakter in sich birgt: familiär mit viel Platz. 75 Prozent der Gäste sind „Wiederholungstäter“.

Eine gute Bilanz, bestätigt auch CCCW-Geschäftsführer Veit Hürler. Bei ihm stehen für Wismar bisher acht Kreuzfahrer für 2016 zu Buche. Doch die Liste ist nicht abgeschlossen.

 


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