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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 22:37 Uhr

Tierschutz : Ausgesetzt in einer Bananenkiste

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Sabrina Klüßendorf pflegt ausgesetzte Meerschweinchen. Sie fand die Tiere in einer Kiste im Wald bei Bendhof.

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Sabrina Klüßendorf mag Tiere. Mehr als andere Menschen, folglich kümmert sie sich innig um Hunde, Katzen und Hasen auf ihrem Grundstück. Daraus macht sie auch kein Geheimnis.

Seit Donnerstag ist sie um vier Meerschweinchen reicher. Das eigentlich ungewollt, denn die kleinen Nager wurden in einer Bananenkiste zwischen dem Holperdamm nach Bendhof und der Verbindung Kaeselow-Reinhardtsdorf einfach abgestellt. „Die Kiste stand direkt an der Waldkante. Ich habe reingeschaut und die Tiere entdeckt“, sagt Klüßendorf. Zirka drei bis vier Monate sind die braunen, gescheckten und teils mit dunklerem Fell gekleideten Tiere alt. Das sie ohne Futter zum Sterben im Wald abgestellt wurden, geht Klüßendorf nahe. Sie greift zum Telefon und ruft den Heißen Draht der SVZ an. „Warum geben die Menschen die Tiere nicht im Tierheim ab. Es gibt doch auch Notaufnahmestationen“, sagt Klüßendorf und fügt hinzu: „Wer Hasen und Meerschweinchen hält, der muss doch wissen, dass die Tiere nach Geschlechtern getrennt unterzubringen sind.“

Im Fall Bendhof Fehlanzeige. Bis Mitte März wird die junge Frau die Tiere aufpäppeln, anschließend kastrieren und sie an Tierfreunde weitergeben. „Interessenten können sich bei mir ab Mitte März unter der Telefonnummer 0160−96855936 melden“, sagt sie.

Ihr Engagement im Tierheim Roggendorf hat die Bendhoferin vor wenigen Jahren beendet. „Seit drei Jahren engagiere ich mich im Ausland im Tierschutz bei der ,Arche Noah Kreta‘ “, erzählt Klüßendorf. Im Wechsel von sechs Wochen sei sie im Nordwesten und dann wieder auf Kreta. Ihre Aufgabe sieht sie nach eigenen Angaben darin, „das Elend vor Ort zu lindern, der unkontrollierten Vermehrung von Katzen und Hunden Einhalt zu gebieten.“ In einem Jahr behandelt das Team zirka 11 000 Tiere, erzählt sie. Tierschutzorganisationen fangen die Tiere vor Ort ein oder sie werden von Einheimischen gebracht. Dann werden sie untersucht, kastriert und wieder freigelassen.

Der Förderverein Arche Noah Kreta hat in Berlin seinen Sitz und ist schwerpunktmäßig auf Kreta, in Rumänien und Griechenland im Einsatz. Nach eigenen Angaben arbeiten sechs angestellte Tierärzte für das Projekt.

Im Fall der vier Meerschweinchen reicht vorerst gute Futtergabe. „Eines der Tiere ist schwach, aber wenn ich sehe wie sie das Futter annehmen, dann geht es wieder bergauf“, sagt Klüßendorf und hofft auf Tierfreunde, die den Nagern ein Zuhause geben wollen.

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