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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. Oktober 2017 | 04:24 Uhr

Oldtimertreffen : Aus Liebe zu Chrom und Rost

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

„Motoren anlassen“ wurde zum Publikumsmagneten. Superwetter sorgte für tausendfache Besucherakzeptanz im Kreisagrarmuseum

Punkt 7.30 Uhr startete Willfried Bahneman in Ludwigslust seine 350-er Jawa aus dem Jahre 1958 und nahm damit Kurs auf Dorf Mecklenburg. Das Mitglied der großen und länderübergreifenden Gruppe der „Jawa-Wings“ reagierte damit wortwörtlich auf die Einladung zum diesjährigen „Motoren anlassen“. „So kam ich sehr pünktlich und ohne Zwischenfälle bei schönstem Sonnenschein im Kreisagrarmuseum an“, erklärte der fast 78-Jährige und damit älteste Zweiradenthusiast vor Ort.

Sehr viel geräuschvoller startete Adolf Lallemann um 10 Uhr hinter der Museumsscheune seinen Bagger von 1961. Der Kontrast zwischen beiden Akteuren in Sachen motorisierte Traditionspflege könnte nicht größer sein. Es spiegelt dennoch in ganz unterschiedlicher Weise das Anliegen der Veranstaltung wider: Präsentation historischer Fahrzeugtechnik. Statt Chrom und glänzendem Lack auf der einen Seite, eindeutige Gebrauchsspuren auf der anderen. „Den Rost darf man ruhig sehen, auch die abgeblätterte Farbe. Ist halt ein Arbeitsgerät und das verrichtet auch jetzt noch seinen Dienst“, so der Maschinist für Eisenbahnbaugeräte aus Greese bei Dorf Mecklenburg.

Und dass dies keine leeren Worte waren, davon konnten sich die zahlreichen Besucher augenscheinlich überzeugen. Lallemann war es zudem, der die nicht mehr benötigte Technik vor Verschrottung bewahrte. Für sein letztes „Ostgeld“, wie er schmunzelnd verriet, erwarb er 1990 die betagte Krantechnik. Natürlich sei er mit etwas Farbgebung zur äußeren Auffrischung bereit, sollte die „äußere Hässlichkeit“ weiter zunehmen.

Als Mitglied vom veranstaltenden Förderverein am Kreisagrarmuseum war er, genau wie seine Mitstreiter, von der ungewöhnlichen Besucherresonanz am Sonnabend sehr angenehm überrascht. Denn bereits in der Frühe wurde es auf dem Gelände lebendig. „Ab 9.45 fuhren die verschiedensten Fahrzeuge, darunter sehr viele Zweiräder, fast nonstop auf das Gelände“, so die Beobachtung von Reinhard Lange und Ulrich Kändler vom Museumsverein.

Natürlich stimmte an diesem Tag mit dem Wetter alles: „Cabrio-Fahren macht deshalb heute besonders viel Spaß“, so die Bestätigung von Trabi-Kultpfleger Jörg Zelva aus Wismar. Doch auch der Versuch, die erste Freiluft-Technikschau mit einem Teilemarkt plus Trödelmarkt der Amateure zu kombinieren, schien sich in diesen Fall als eine sehr gute Idee zu erweisen. „Wir waren alle überrascht, was bei uns los war“, konstatierte Museumsdirektor Falko Hohensee. Wenn dies als Vorspiel zur September-Veranstaltung zu werten ist, dann dürfte die Oldtimer & PS Raritätenschau im Herbst ein weiterer Veranstaltungs-Volltreffer werden.


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