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Von Niedersachsen nach Roggendorf : Aus für Legehennenfarm: 40 Hühner suchen ein neues Zuhause

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Tiere stammen aus einem konventionellen Legehennenbetrieb. Tierheim Roggendorf sucht verantwortungsvolle neue Besitzer.

svz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 20:30 Uhr

„Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn...“, heißt es in einem bekannten Schlager von 1936. Dass dieses Idyll nur noch einigen wenigen Tieren dieser Spezies zuteil wird, steht außer Frage. Und so gibt es Menschen die versuchen, dem entgegen zu wirken. „Wir haben momentan 40 Legehennen aus konventioneller Haltung bei uns auf dem Hof, die wir gern in verantwortungsvolle Hände vermitteln wollen“, erklärt die Leiterin des Tierheims Roggendorf, Meike Jaworski. Sie seien 16 Monate alt und hätten noch die Hälfte ihres Hühnerlebens vor sich.

Anders als zu Beginn des Jahres, als schon einmal eine größere Zahl dieses Federviehs das Tierheim bevölkerte (SVZ berichtete), stammen diese hier nicht aus einer Beschlagnahmung. „Die haben wir über den Verein ,Rettet das Huhn‘ bekommen. Sie stammen aus einer ganz normalen Ausstallung“, erklärt Meike Jaworski. Sie erzählt, dass die Tiere verhältnismäßig gut in Schuss sind, weil sie aus Freilandhaltung stammen. Nur elf von ihnen hätten leichte Schäden am Gefieder oder der Kloake, was von der Stress auslösenden Massenhaltung komme. Schließlich hätten die 40 Hennen aus Roggendorf mit weiteren 810 Artgenossen zusammen gelebt.

„Wir wollen sehen, ob das klappt. Ob wir diese Tiere genauso schnell vermittelt bekommen, wie die zu Jahresbeginn“, hofft die Tierheimleiterin, die durch Zufall auf den Verein gestoßen ist. „Ich wollte mir privat Hühner anschaffen, aber keine von diesen Geflügelwagen kaufen. Bei meiner Suche nach einer Alternative bin ich dann auf ,Rettet das Huhn e.V.‘ gestoßen“, berichtet die Diplom-Biologin und gelernte Tierpflegerin. Sollte die Vermittlung gut laufen, sei eine Kooperation mit dem Verein, der bundesweit arbeitet, mit regelmäßiger Annahme solcher Tiere möglich.

Allerdings sind an die Vermittlung einige Bedingungen geknüpft: „Die Tiere dürfen nicht geschlachtet werden, die Haltungsbedingungen müssen stimmen und mindestens drei Tiere gehören zusammen“, zählt Meike Jaworski auf. Je nach Anzahl der Hennen, die abgenommen werden, verlangt das Tierheim vier bis fünf Euro Schutzgebühr pro Tier. Dafür sind die dann auch geimpft und von Endoparasiten (Würmern) sowie Ektoparasiten (z.B. Federlinge) befreit.

„Diese Hühner sind nur auf Legeleistung gezüchtet und leben nur drei bis höchstens vielleicht fünf Jahre. Fleisch setzen sie kaum an, so dass sie eigentlich nur Abfall sind im Schlachthof, vielleicht noch gut für Hundefutter“, erklärt Meike Jaworski, warum solche Tiere gerettet werden.

Wer sich also für so ein Tier entscheidet, bekommt in jedem Fall bis an dessen natürliches Lebensende regelmäßig sein Frühstücksei.

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