Wismar : Aus dem Nordwestkreis nach Beirut

Lilian Schuppan und Michel Wicke auf einem Weihnachtsmarkt in Beirut – bei 20 Grad plus.
Lilian Schuppan und Michel Wicke auf einem Weihnachtsmarkt in Beirut – bei 20 Grad plus.

Weltsicht für globale Probleme: Zwei Wismarer Schüler waren zu Gast beim Europäisch-Arabischen Dialog im Libanon

svz.de von
28. Dezember 2016, 11:45 Uhr

16 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland waren fünf Tage lang zum „Europäisch-Arabischen“ Dialog. Zwei davon kamen aus Mecklenburg-Vorpommern. Aus Wismar von der Großen Stadtschule Geschwister Scholl Gymnasium. „Es war sehr bewegend“, erzählt Lilian Schuppan (15) aus der 10. Klasse. Zusammen mit Michel Wicke (14, 9. Klasse) gehörte sie zu den Reisenden in den Libanon – ein ungewöhnlicher Austausch zwischen den Kulturen im Rahmen der Unesco-Projektschulen.

„Wir waren dort fünf verschiedene Nationen aus Tunesien, Syrien, Jordanien, Libanon und natürlich Deutschland“, erzählt Michel Wicke. 38 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren sprachen über Themen wie Energie, Müll, Traditionen, Klimawandel, Bildung, Gleichberechtigung und Globalisierung beispielsweise. Die beiden Wismarer sprachen über ihr Thema – die energetische Sanierung des Welt-Erbe-Hauses im Spannungsfeld zwischen Nutzung, Denkmalschutz und modernem Klimaschutz. „Wir haben den Vortrag auf Englisch gehalten, einer unserer Mitschüler aus Syrien hat unsere Folien auch ins arabische übersetzt“, dankt Lilian Schuppan.

Miteinander ins Gespräch kommen, miteinander sprechen – für die beiden Jugendlichen aus Wismar war die Begegnung sehr bereichernd. „Hauptbeschäftigung war sprechen für uns, natürlich alles auf Englisch“, sagt Lilian. Innerhalb kürzester Zeit ist die Gruppe zusammengewachsen. „Es war schön zu merken, dass es viele Menschen gibt, die das Gleiche denken, die irgendwie die gleichen Ziele haben“, beschreibt Lilian weiter. Trotz verschiedener kultureller Hintergründe: „In einem Punkt waren wir uns alle einig. Dass wir etwas ändern müssen, und dass wir das schaffen!“, fasst Lilian zusammen.

Sie haben direkt mit Jugendlichen aus Syrien über den Krieg und die Flüchtlinge gesprochen. Und so mitbekommen, was die Jugendlichen denken, wie sie sich fühlen, welche Ängste sie haben. „Ich möchte mich mehr für syrische Jugendliche in Wismar engagieren, sie mehr integrieren“, steht nun für Lilian fest.

„Es ist eine ganz andere Welt dort“, erzählt Lilian auch von den eigenen Vorurteilen über ein Krisengebiet wie den Libanon. „Die Menschen waren sehr freundlich und hilfsbereit, das ist eine tolle Kultur dort!“, erzählt Lilian vom eigenen Erleben als beste Antwort auf Vorurteile. Michel: „Es haben beispielsweise nicht nur die Tunesier mit den Tunesiern gesprochen, sondern jeder mit jedem - durch diese Kommunikation könnte man noch mehr über die Gepflogenheiten anderer Länder kennenlernen. Es sind viele neue Freundschaften entstanden!“ Und es wird ganz sicher ein weiteres Treffen geben: in Wismar.

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