Dokumentarfilm in Schlagsdorf : Aus dem Leben eines Parteifunktionärs

Grenzhus Schlagsdorf zeigt Dokumentarfilm über früheren DDR-Politiker Klaus Gysi

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24. April 2019, 05:00 Uhr

Schlagsdorf | Einen Film über seinen Vater zu drehen, ist eine schwierige Aufgabe. Andreas Goldstein hat sich dieser Aufgabe gestellt: nachdrücklich, bedächtig unaufgeregt, analytisch persönlich. Sein Vater ist Klaus Gysi (1912-1999), Kommunist und DDR-Kulturpolitiker in unterschiedlichen Funktionen, von 1966 bis 73 Kulturminister. Das Grenzhus Schlagsdorf zeigt den Dokumentarfilm „Der Funktionär“ morgen um 19 Uhr in der Dokumentationsstätte.

Andreas Goldstein erzählt und kommentiert darin anhand historischer Foto- und Filmaufnahmen die Geschichte seines Vaters. Dabei legt er die Latte für eine Neubetrachtung jenes Staates, aus dem er selbst immer kommen wird, sehr hoch. Er verknüpft die Erzählung über seinen Vater mit der Gegenwart und ihren Perspektiven auf die untergegangene DDR.

Der Regisseur Andreas Goldstein ist ein Spätstarter. Anfang der 1990er Jahre absolviert er ein Regiestudium. Doch erst 2018 kam sein erster eigener Film „Adam und Evelyn“ in die Kinos. Noch im gleichen Jahr folgte die filmische Auseinandersetzung mit der Geschichte seines Vaters: „Es hat lange gedauert, bis ich die innere Freiheit fand, mich von meinem Übervater zu lösen. Man muss die Freiheit im eigenen Arbeiten finden und das ist das Mühsamste überhaupt.“

Das Filmprojekt wurde über die kulturelle Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Das Grenzhus Schlagsdorf zeigt den Film in Kooperation mit dem Filmbüro M-V und mit finanzieller Förderung durch die Landeszentrale für politische Bildung M-V und die Landesbeauftragte für M-V für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

„Der Funktionär“ wurde erst während der Leipziger Dokumentarfilmwoche im Oktober vergangenen Jahres uraufgeführt.

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