Kirchgemeinde Gadebusch-Roggendorf-Groß Salitz : Aufwärmen fürs Theater-Abenteuer

<strong>Wenn Gemeindepädagoge Steffen Nowack </strong>die Bälle ins Spiel bringt, dann ist bei den Teilnehmern des Theater-Projekts die anfängliche Spannung schnell gelöst.<fotos>Hans Taken (4)</fotos>
Wenn Gemeindepädagoge Steffen Nowack die Bälle ins Spiel bringt, dann ist bei den Teilnehmern des Theater-Projekts die anfängliche Spannung schnell gelöst.Hans Taken (4)

Ganz wach sind die elf Jugendlichen noch nicht. Die Nacht in der Turnhalle war lang, die Müdigkeit steckt den Teilnehmern, die sich für das Straßentheater-Projekt angemeldet haben, noch in den Knochen.

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04. März 2013, 09:06 Uhr

Roggendorf | Ganz wach sind die elf Jungen und Mädchen an diesem Morgen noch nicht. Die Nacht in der Turnhalle Roggendorf war lang, die Müdigkeit steckt den Teilnehmern, die sich für das Straßentheater-Projekt angemeldet haben, noch in den Knochen. "Ich habe da was gegen die Müdigkeit", sagt Steffen Nowack, "die Kartoffelbürste." Jakob, Philipp, Eike und die Anderen stehen im Kreis, müssen ihre Hände zu Fäusten ballen und diese kräftig über Arme, Beine oder Bauch reiben. "Das ist gut für die Durchblutung", fügt der Gemeindepädagoge der verbundenen Kirchgemeinde Gadebusch-Roggendorf-Groß Salitz hinzu. Das Aufwärmprogramm für das Theater-Abenteuer hat begonnen.

Am Anfang steht das Kennenlernen. Die Teilnehmer sind neugierig und sie stellen sich Fragen: Wer sind die Menschen, die Lust haben, mit mir Theater zu spielen und die selbst ausgedachten Stücke in den Straßen von Avignon und Taizé vorzuführen? Wer sind die anderen, die mit mir insgesamt 28 Vorbereitungstage in sieben Seminareinheiten gemeinsam verbringen wollen, um dann zwei Wochen ihrer Sommerferien mit mir in Frankreich zu erleben? Jakob Mohr aus Klein Salitz weiß, dass diese Fragen schnell beantwortet werden können, denn er hat bereits vor zwei Jahren an diesem Projekt teilgenommen. "Es ist damals ganz schnell eine Gruppendynamik entstanden und eine Gemeinschaft gewachsen. Es war eine tolle Erfahrung, die ich jetzt noch einmal machen möchte", sagt der 15-Jährige, der die Regionalschule in Gadebusch besucht.

Mittlerweile sind kleine rote Bälle im Spiel. Konzentration ist gefordert, denn passgenau sollen die Wurfgeräte zum Gegenüber gespielt werden. Erst ein Ball, dann zwei, später drei und noch mehr. Fangen, werfen, immer im Wechsel, dabei seine Mitstreiter immer im Auge behalten. Die ersten Bälle verfehlen ihr Ziel, rollen über den Hallenboden. Es wird gelacht, lauter, als zu Beginn des Spiels. Die Spannung löst sich, die Atmosphäre wird lockerer. Mittlerweile werden auch eine Plastikflasche und ein Schuh durch die Halle gewirbelt. "Das klappt gut", sagt Gemeindepädagoge Nowack. Damit meint er nicht nur, dass die Jugendlichen dieses Ballspiel gut beherrschen. Er sieht auch, dass das Miteinander funktioniert. Und darum wird sich in den kommenden Wochen vieles drehen, davon hängt ab, ob das Projekt auch ein Erfolg wird.

Die weiteste Anreise der insgesamt 13 Teilnehmer hat Eike Fretwurst aus Ahrenshoop. Ein Artikel in der Kirchenzeitung hat ihr Interesse geweckt. "Es ist zwar immer eine weite Fahrt, aber ich glaube, dass es sich lohnen wird", sagt die 15-Jährige. Sie kannte keinen einzigen der anderen Teilnehmer, doch mittlerweile hat sich das schon geändert und die ersten Kontakte sind geknüpft. Gleich steht noch Jonglage auf dem Fahrplan. "Das wollte ich immer schon mal lernen", sagt Philipp Cochius. Er ist gespannt, was die nächsten Wochen und Monate bringen werden.

"Da steht noch einiges an", weiß Steffen Nowack, der für die Jugendarbeit bei der Kirche zuständig ist. In den Osterferien geht es für fünf Tage nach Warin. "Höhepunkt dieses Seminars wird unser Ausflug nach Rostock sein", weiß der Gemeindepädagoge aus Erfahrung.Dort sollen seine Schützlinge in der Fußgängerzone ihren Mut proben, mit spontanen Ideen den Alltag der Leute unterbrechen. Eine gute Chance, um sich auszuloten und zu testen, was in einem steckt.

Gleich ist Mittagszeit. Der Küchendienst ist eingeteilt, die Rollen sind klar verteilt. Jeder hilft mit, bringt sich ein und ist Teil einer Gemeinschaft. Das sind die Spielregeln - und das ist die Basis dafür, damit das Theater-Projekt, das vom Land, dem Landkreis NWM und der Nordkirche gefördert wird, auch 2013 wieder erfolgreich gestaltet werden kann.

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