Mühlen Eichsen : Aufruhr in der Bungalowsiedlung

Jens Bütow ist ratlos.
Jens Bütow ist ratlos. Auch er soll die Nutzung seines Wohnhauses in der Bungalowsiedlung Schönfeld Mühle als alleinige Wohnung einstellen.

Bewohner mit langjährigem Hauptwohnsitz in einer Anlage in Schönfeld Mühle sollen diesen aus heiterem Himmel aufgeben.

svz.de von
05. November 2015, 06:00 Uhr

Jens Bütow versteht die Welt nicht mehr. Anfang Oktober flatterte dem 50-Jährigen ein Schreiben des Landkreises mit der Aufforderung ins Haus, die Nutzung seines Wohnhauses in der Bungalowsiedlung Schönfeld Mühle als alleinige Wohnung ab dem 1. Mai kommenden Jahres einzustellen.

„Kurz nach der Jahrtausendwende habe ich das Grundstück mit dem darauf befindlichen Haus erworben, dort meinen Hauptwohnsitz angemeldet, immer meine Grundsteuern bezahlt und viel Geld in mein kleines Heim investiert. Und jetzt soll ich da raus. Das verstehe ich nicht“, sagt Jens Bütow ratlos.

In seiner Not wandte er sich gemeinsam mit weiteren Betroffenen aus der Bungalowsiedlung an Andreas Lausen. Der Amtsleiter des Amts Gadebusch wollte helfen, konnte am Ende aber nur wenig Hilfreiches anbieten. Zwar räumt dieser ein, dass die Gemeinde Mühlen Eichsen besagtes Gebiet nicht als Sondergebiet gekennzeichnet habe. „Es handelt sich aber um ein faktisches Sondergebiet ,Wochenendhausgebiet’. In solchem ist nur ein vorübergehender Aufenthalt möglich und kein Dauerwohnen“, teilt er in einem Schreiben an Jens Bütow mit. Wenn dieser seinen Hauptwohnsitz in der Bungalowsiedlung abmelde, wäre der Sache genüge getan.

„Es handelt sich in diesem Fall um ungenehmigtes Dauerwohnen im Wochenendhausgebiet, das dem Landkreis von der Gemeinde (Amt) selbst angezeigt wurde“, erklärte Petra Rappen auf Anfrage der SVZ. Daraufhin fand nach Aussagen der Pressesprecherin des Landkreises eine entsprechende Kontrolle statt, die die Anzeige bestätigt habe und zur Einleitung ordnungsbehördlicher Verfahren führte. Die Recherchen des Landkreises hätten daraufhin ergeben, dass mehrere Wochenendhäuser zum Dauerwohnen genutzt werden und diese auch melderechtlich als alleiniger Wohnsitz bei der Gemeinde erfasst sind. Erschwerend käme hinzu, dass das Melderecht nicht mit dem Baurecht konform gehe und ein Einschreiten des Landkreises gegen die aus ihrer Sicht rechtswidrige Nutzung zwingend erforderlich machen würde.

Soll heißen: Baurecht schlägt Melderecht, und die betroffenen Bürger müssen es ausbaden. Noch behalten diese sich rechtliche Mittel vor. Und wenn kein Wunder geschieht, werden sie diese wohl auch ausschöpfen müssen.

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