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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 12:18 Uhr

Kirch Grambow : Auf vier Pfoten zum EM-Triumph

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mit ihren Windhunden fuhr Frauke Sörensen zum Rennen nach Ungarn – und kam mit der Europameister-Trophäe zurück

svz.de von
erstellt am 07.Sep.2017 | 08:00 Uhr

Vier schlanke Hunde hetzen dicht gedrängt den steilen Berghang in Kirch Grambow hinab, wenden scharf und flitzen wieder zurück. Unter dem Fell liegt kaum mehr als Sehnen und Muskeln. Ein langes, zähnebewehrtes Maul komplettiert die Jäger. Es sind die persischen Windhunde von Frauke Sörensen. Und einer von ihnen ist seit letztem Wochenende der europäische Champion im Windhunderennen.

Den Titel trägt die Hündin mit dem Zuchtnamen Padesah Eibhleann. Auf einer Strecke von 480 Metern holte sie im ungarischen Alsonemedi mit 32,605 Sekunden den Meisterschaftstitel und eine Trophäe. Besitzerin Frauke Sörensen ist stolz auf „Eibi“. Denn entgegen vieler anderer Konkurrenten widmet sich die Erzieherin den Rennen erst seit knapp zwei Jahren. „Viele der anderen Besitzer machen das schon seit 30 Jahren“, erzählt sie. Und im Gegensatz zu vielen Trainern sagt sie, dass die Hunde sich selbst trainieren. „Die Tiere brauchen die Hatz einfach. Sie sind ständig in Bewegung.“

Bei den Rennen müssen die Hunde vollkommen fokussiert sein. „Schon ein Blick zur Seite reicht, um die Tiere zu disqualifizieren“, sagt Frauke Sörensen. Denn bei Geschwindigkeiten bis zu 68 Kilometer pro Stunde kann die Entscheidung eines Hundes, auszuscheren, fatale Folgen haben. Eibi hat sich für die Rennen aber schon in Deutschland hinreichend qualifiziert. Um aus den Rennboxen starten zu dürfen, müssen die Hunde zuerst eine Rennlizenz erhalten. Erst danach kann auf den Wettbewerb hingearbeitet werden – was bei Frauke Sörensens Tieren eher nebensächlich war. „Ich musste sie nur an die Maulkörbe und Renndecken gewöhnen, aber das haben die Hunde schon nach dem ersten Mal akzeptiert“, sagt sie.

„Ich wusste, dass sie schnell ist“, sagt Besitzerin Frauke Sörensen. Daher hoffte sie, dass Eibi ins Finale einzieht. Dass sie aber den Siegertitel holt, habe sie dann doch überrascht.

Den Grund, dass Eibi die anderen 344 Tiere – unter anderem auf Frankreich, Polen, Norwegen und Finnland – abhängte sieht sie nicht in einem kontinuierlichen Training. „Ich glaube, dass der Hund mir einen Gefallen tun wollte. Windhunde haben einen ganz eigenen Charakter und dass Eibi gewonnen hat, ist für mich die Bestätigung einer festen Bindung“, sagt Frauke Sörensen.

Zwar fahren sie und ihr Mann Gunnar zu Rennbahnen, um die Tiere an die Bedingungen zu gewöhnen – manchmal auch über das Wochenende in Holland – aber „wenn der Hund nicht will, dann wird er auch nicht laufen“, so die Hundeliebhaberin. Dazu lassen sich die Hunde weder mit Gewalt noch mit Bestechung durch Leckereien bewegen.



Windhunde faszinierten ein Leben lang




Dass die Tiere auf der Rennbahn erfolgreich sind, ist für Besitzerin Frauke Sörensen kaum mehr als eine Nebensache. „Die Hunde lieben das Rennen. Da spüre ich wirklich ihre Lebensfreude.“ Sie aber liebt die Tiere. Den Wunsch, einen Windhund zu haben, trägt sie schon seit sie sechs Jahre alt ist mit sich. „Knauers Hundelexikon, letzte Seite. Da war der Sabuki-Windhund und ich dachte mir: den will ich haben.“ Vor zwei Jahren dann setzte sie ihren Traum in die Tat um.

„Die Tiere haben mich schon immer fasziniert. Früher waren es die Hunde des Adels, die Wertschätzung der Menschen für das Tier wird auf alten Bildern sehr deutlich“, so Frauke Sörensen. Dass manche Menschen über die dünnen Hunde klagen, kann sie nicht verstehen. „Es liegt in ihrer Genetik. Faultiere werden ja auch nicht faul gezüchtet.“ Jedem, der mehr über die Hunde erfahren möchte, lädt sie gerne zu sich ein.

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