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Kulinarischer Erfolg : Auf Sylt gibt es ein Stück Dobbertin

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Wildmanufaktur Dobbertin beliefert die Sansibar mit seinen Wildbratwürsten mit Kräutern und Chili – der Renner bei den Insulanern

Hinter Johannes XXII. versteckt sich nicht nur der erste Papst, der im 14. Jahrhundert ausschließlich in Avignon residierte, sondern auch eine Wildspezialität aus Dobbertin, eine Rehfleischsülze mit Rotwein im Weckglas. Auf einem Hinterhof im Klosterdorf wird sie hergestellt. Hier befand sich einst das ehemalige Schulgelände Dobbertins. Hier wird aber nicht mehr unterrichtet, schon lange nicht mehr. Wer hierher kommt, erfährt zwar ebenso Wissenswertes wie damals die Schüler aus Dobbertin, doch jetzt gibt es hier Interessantes zu Wildfleisch und deren Verarbeitung. Denn seit 2007 befindet sich in den Gebäuden die Wildmanufaktur Dobbertin.

Die Spezialitäten aus Reh-, Rot-, Damm- und Schwarzwild tragen hier ganz besondere Namen, denn schließlich existiert das Unternehmen seit mehr als sieben Jahren in einem Klosterdorf. Einiges hat sich verändert. „Wir haben vor zwei Jahren noch sehr viel auf die Herstellung von luftgetrockneten Salamis gelegt. Das hat sich geändert. Denn der Mecklenburger mag lieber Geräuchertes“, weiß Sven Garling, seit 2008 für den Ein- und Verkauf in der Wildmanufaktur zuständig. Doch nicht nur das hat sich verändert. Vor allem Gastronomen aus der Region sind zu festen Kunden des Dobbertiner Unternehmens geworden. Denn die Wildmanufaktur übernimmt die Zerlegung des Wildes. „Die Hoteliers und Gastronomen bestellen Rücken, Schulter, Keule. All das liefern wir. Einen Großkunden haben wir dazwischen, der 89 Prozent unseres Aufkommens abnimmt“, erzählt Sven Garling weiter.

Den Geschmack des Nordens treffen und herstellen. Darauf hat sich die Firma verschrieben. Die Rezepturen sind noch immer streng geheim, aber das Wild, aus den der Gaumenschmaus hergestellt wird, ist und bleibt heimisch. Mit Dobbertiner Wildspezilitäten wird mittlerweile ganz Deutschland versorgt, und die Schweiz. Eine weitere leckere Besonderheit – vor allem im Sommer zur Grillzeit – ist die Wildbratwurst. „Wir beliefern die Sansibar auf Sylt mit unseren Wildbratwürsten. Dort ist sie der Renner. Wir fügen Kräuter und ein bisschen Chili hinzu“, verrät der Einkäufer dann doch.

Doch nicht Gastronomen und Hoteliers aus der Schweiz oder Deutschland profitieren von den Köstlichkeiten aus der Wildmanufaktur, sondern auch die Dobbertiner selbst. „Ab November öffnen wir wieder den Hofladen. Dann können auch die Einheimischen direkt bei uns kaufen und bestellen“, erläutert Sven Garling.

Einmal im Monat machen die Mitarbeiter einen Wursttag. Dann muss jeder Fleischer ran – wie Benjamin Rönicke. Vor zwei Jahren war er noch in der Ausbildung zum Fleischer. Mittlerweile ist er Geselle und immer noch festes Mitglied im Team. Er gehört dazu, wenn Wildspezialitäten mit den Namen Johannes XXII. oder Clemens V. in der Wildmanufaktur Dobbertin hergestellt werden. Er kennt die Rezepturen, die nicht verraten werden, die streng geheim sind und wohl behütet bleiben.


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