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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

13. Dezember 2017 | 21:47 Uhr

Naturschutz : Auf neuen Wegen in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Förderverein Biosphäre Schaalsee besteht seit 25 Jahren / SVZ-Gespräch über Umweltbildung und Schutz der Natur

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 23:27 Uhr

Naturerhalt, umweltverträgliche Wirtschaft und Umweltbildung hat sich der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. auf die Fahnen geschrieben. Am morgigen Sonntag begeht der Verein sein 25-jähriges Bestehen. SVZ-Redakteur Volker Bohlmann sprach mit Geschäftsführer Gerd Schriefer und dem Vereinsvorstandsvorsitzenden Robert Paeplow.


Starkregen, längere Trockenperioden, geringe Niederschläge im Herbst und Frühjahr – all das sind mögliche Zeichen einer Klimaveränderung. Reichen diese aus, um die Menschen vor Ort für ein stärkeres Engagement im Naturschutz und Umgang mit ihr zu gewinnen?
Gerd Schriefer: Die augenblickliche Klimaveränderung vollzieht sich über einen längeren Zeitraum und ist deshalb für viele schwer einschätzbar. Dennoch gibt es schon negative Folgen. Wir wollen mit unserer Arbeit im Kleinen dagegenwirken.
Wie sieht es mit der Akzeptanz von Naturschutz aus? Ist es heute schwieriger als vor 25 Jahren?
Gerd Schriefer: Damals herrschte Aufbruchstimmung. Innerhalb weniger Monate wurde viel bewegt. Heute sind unterschiedlichste Interessenlagen und neue Gesetze zu berücksichtigen.

Gab es in der Gründerzeit Ideen und Visionen, wie sich die Schaalseeregion entwickeln könnte?

Gerd Schriefer: Ja. Der Anspruch besteht auch heute darin, dass sich mehr als ein reiner Erholungsraum entwickelt. Es geht um die Verknüpfung ökologischer, sozialer, ökonomischer und kultureller Interessen und nicht um einen reinen Schutzstatus bzw. das Kreieren einer Freizeitlandschaft.
Sind Sie nach 25 Jahren am Ziel?
Gerd Schriefer: Nein. Wir brauchen mehr Impulse, die eine umweltverträgliche Landnutzung gewährleisten.
Robert Paeplow: Es handelt sich um einen anhaltenden, spannenden, ständig sich in Bewegung befindlichen Prozess, der die Bedürfnisse von Natur und Mensch berücksichtigt.
Bitte konkret.
Gerd Schriefer: Wir leben in dünn besiedelten Räumen und erleben in den kommenden Jahren einen Umbruch der Mobilität in unserer und der Metropolregion Hamburg. Dabei möchten wir gern unterstützend wirken und umweltfreundliche Elektromobilität mit befördern.
Naturschutz bedeutet auch Einschränkung. Lassen sich die Menschen trotzdem dafür gewinnen?
Gerd Schriefer: Letztendlich geht es um die Sicherung der Lebensgrundlagen. Ein Beispiel ist die Abholzung des Regenwaldes auf Borneo. Das berührt die Menschen und wird als dramatischer Eingriff wahrgenommen. Der in den früheren Jahren beabsichtigte Bau von Hotelanlagen am Lassahner Ufer des Schaalsees hätte für den dortigen Wald nichts anderes bedeutet.
Inwieweit?
Gerd Schriefer: Eine immer weiter gehende Zersiedlung durch den Menschen schafft dabei monotone Landschaften, ohne wechselnde Biotope mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Eine Form von Raubbau, wie wir ihn nicht verkraften. Gleichwohl brauchen wir einen Zugang zur Natur, damit die Menschen sehen, was sie schützen sollen.
Robert Paeplow: Erschließen und bebauen wir unsere Landschaft und die Seen, dann verlieren wir am Schaalsee ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Schwerin und Ratzeburg. Der Schaalsee ist eine echte Alternative: ein Ruheplatz. Das erkennen auch unsere Nachbarkreise und werben mit dem Schaalsee.
Wie ermöglicht der Förderverein Biosphäre Schaalsee das Erleben des Unesco-Biosphärenreservates Schaalsee?

Gerd Schriefer: Unsere Angebote reichen von Naturführungen über Bildungsangebote wie dem KinderFerienSpaß, Kräuterwanderungen, aber auch dem Theater im Pahlhuus und dem Biosphäre-Schaalsee-Markt. Haushalten mit der Natur ist dabei unser Anliegen.
Gibt es weitere Zukunftsprojekte?
Gerd Schriefer: Wir möchten das Grenzhus dabei unterstützen, die Qualität der Angebote zu erhöhen.
Dafür gibt es doch ein Konzept. Können Sie die Akteure vor Ort überzeugen?
Gerd Schriefer: Für die Gemeinde waren wir nicht in jedem Punkt überzeugend, hätten aber weiter sein können. Klar ist, dass das Haus sich nicht allein durch Besucherzahlen trägt. Wir brauchen weitere Angebote von inhaltlicher Qualität, die einen Bildungsauftrag erfüllen. Ein Beispiel ist der Grenzparcours am Mechower See.
25 Jahre Förderverein ist auch ein Grund zum Feiern. Wie schaut es aus?
Gerd Schriefer: Zum Geburtstag konnten wir Projekte u. a. mit der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen - Outdoorausstellung und Multivisionsshow - verwirklichen. In wenigen Wochen erscheint der neue Bildband über das Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee.
Was zeigt dieser?
Er ist ein tolles Abbild der Landschaft und zeigt, wie sich Menschen hier engagieren und was sich hier erleben lässt. Heute gibt es deutlich mehr zu erzählen als in unserem ersten Bildband.

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