Rehna : Auf der Suche nach Lehrkräften

Kaum ein Tag, an dem der stellvertretende Schulleiter, Eckhard Thun an der großen Stundenplan-Tafel nichts verändern muss.  Fotos: Peter Täufel
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Kaum ein Tag, an dem der stellvertretende Schulleiter, Eckhard Thun an der großen Stundenplan-Tafel nichts verändern muss. Fotos: Peter Täufel

Regionalschule muss in den kommenden Jahren massiven Lehrerrückgang kompensieren – schon jetzt fallen Stunden krankheitsbedingt aus

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06. Januar 2018, 04:45 Uhr

„Die Schildchen, die da schräg stehen, da muss ich schon wieder umplanen“, sagt Eckhard Thun und zeigt auf eine etwa drei Meter lange Magnettafel an der Wand seines Büros. Die ist gespickt mit unzähligen, bunten Magneten, an denen die Lehrerkollegen ihren Stundeneinsatzplan ablesen können – nach Tagen, Fächern und Klassen sortiert. Es ist die Aufgabe des stellvertretenden Schulleiters, einen funktionierenden Stundenplan zu erstellen. Mit zwei Referendaren und zwei Seiteneinsteigern hat er nun insgesamt 32 Lehrkräfte zur Verfügung, die den Unterricht für aktuell 410 Schüler von der ersten bis zur zehnten Klassenstufe abdecken sollen. Rein rechnerisch genug – wenn denn alle da sind. „Derzeit haben wir zwei Langzeitkranke, die kurzfristig ersetzt werden müssen“, erklärt Thun. Vorrang habe dabei immer, dass die Hauptfächer wie Mathematik, Englisch oder Deutsch abgedeckt sind. „Da kann es dann schon vorkommen, dass über einen gewissen Zeitraum Musik, Kunst oder Sport ausfallen müssen“, so der Stellvertreter von Schulleiter Thomas Barsch.

Dieser hat auch nur begrenzte Möglichkeiten, geeignetes Personal zu finden „Der Markt ist einfach leer was ausgebildete Lehrer betrifft“, sagt der Schulleiter. Er erkennt zwar an, dass in den zurückliegenden zwei, drei Jahren von der Landespolitik einiges getan wurde, um Lehrkräfte ins Land zu bekommen – aber eben etwas zu spät. „Denn das Problem wird sich hier an dieser Schule noch verstärken: Bis 2020 verlieren wir ganze sieben Kollegen, weil sie in Rente gehen“, macht Thomas Barsch die Brisanz deutlich. Und die seien eben nicht durch den Vertretungslehrerpool des Staatlichen Schulamts in Schwerin und eigene, kurzfristige Verpflichtung bereits verrenteter Lehrer zu ersetzen. „Solche freiwilligen Unterstützer wie Ulrike Jähler gibt es nicht viele und die können auch nicht das Problem lösen“, sind sich Barsch und Thun einig. Und trotzdem sei die mittlerweile 70-Jährige mit ihren Fächern Mathematik und Englisch aktuell Goldstaub für die Rehnaer Regionalschule.

„Wir sind jetzt massiv und verstärkt auf der Suche nach Referendaren und ausgebildeten Lehrern“, berichtet Schulleiter Barsch, für den Seiteneinsteiger, so hilfreich sie auch sein mögen, nicht die optimale Lösung sind. Er inseriert die offiziellen Stellenausschreibungen im Internet auf Jobbörsen-Portalen, auf der schuleigenen Homepage und Facebook-Seite. „Demnächst haben wir vor, Aushänge an den Unis zu machen“, verrät Thomas Barsch den nächsten Schritt.

Dass er bei dieser Suche nicht alleine ist, weiß er – auch das Gymnasium Gadebusch beschäftigt seiner Kenntnis nach eine Vertretungslehrerin, die bereits im Ruhestand ist. Ein regionaler Mitbewerber ist aber bereits aus dem Rennen: „Wir sind personell komplett. Ich habe die Lehrerin bekommen, die ich wollte – sie ist hier früher selbst zur Schule gegangen“, verkündet die Schulleiterin aus Mühlen Eichsen, Sybille Schläger. Eine weitere Kollegin will dort kommendes Jahr beginnen.

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