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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

14. Dezember 2017 | 05:32 Uhr

Wismar : Auf den Spuren von James Dean

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Jugendliche bringen am 25. Februar das Stück „Crash“ nach dem Film „Denn Sie wissen nicht was sie tun“ auf die Bühne

Seit September vergangenen Jahres proben die Jugendlichen und jungen Wismarer um Regisseur und Maskenbauer Lars Maué am Stück, machen aus Rockschrott und Rock'n Roll Theater. „Crash“ heißt es und hat am 25. Februar auf der großen Bühne des Theaters der Hansestadt Wismar seine Premiere. „Crash“ – englisch für Unfall, Absturz, Zusammenbruch. Mit dem Film-Klassiker „Denn sie wissen nicht was sie tun“ aus den 1950er Jahren mit James Dean in der Hauptrolle als grobe Grundlage inszenieren die Jugendlichen eine Mutprobe. Ein Neuer kommt in die Stadt, kommt in die Top-Clique und muss sich beweisen.

„Die Mutprobe ist Kern des Stücks, die Jugendlichen fahren auf eine Klippe zu, wer als erster raus springt, ist der Hasenfuß“, so Lars Maué. Wie weit geht man, wie hoch pokert man, wie stark und wie glaubhaft sind die Selbstbindungen zwischen den Menschen? Solange, bis einer zu hoch pokert. Mut, Konfrontation, Angst und Feigheit – wann ist der Zeitpunkt auszusteigen?

Ein Autorennen auf der Theaterbühne. Dazwischen die intensiven Dialoge. „Spiel eine Maus, mit dem ganzen Körper! Du bist eine Maus“, lautet die Regieanweisung von Lars Maué bei der Probe im Seminarraum der Wismarer Hochschule. Sebastian Foth (16) ist der, der zur Maus werden soll. Natürlich nur sinnbildlich, er soll seine „Kleinheit“, seine Schwäche zeigen, sich im Spiel den anderen Jugendlichen unterwerfen, seine Angst zeigen. Mit dem Bild der Maus vor Augen verändert sich das Spiel des 16-jährigen Schülers, Licht aus, ein paar Taschenlampen als Scheinwerfer-Simulation und das Spiel wird bedrückend. Der junge Schauspieler wälzt sich über den Boden, zitternd und unter imaginären Tritten sich krümmend. Szenenapplaus von den Mitschauspielern, während Sebastian versucht, wieder zu Atem zu kommen.

„Ich kenn Theater anders, da lernt man seinen Text und sagt den auf. Hier ist es frei, ganz frei“, erzählt Sebastian Foth. Nach und nach entsteht Szene für Szene, entwickeln die Jugendlichen die Texte und damit die Geschichte. Lange war sogar offen, ob einer stirbt. Das werden die Premierengäste in der kommenden Woche mitbekommen. „Die Konfrontation mit dem Stärkeren und der Staatsmacht kann durchaus tödlich enden. Der Schwächste, der Sensibelste, stirbt. Wahrscheinlich, vielleicht verhindern wir das noch“, schmunzelt Lars Maué.

„Mit Skateboards und mehr rollen wir über die Bühne und erzeugen eine hohe Dynamik, dazu schnelle Texte und Musik“, so Dramaturgin Katrin Weymann. Ein Jugenddrama zur Musik von Nirvana. Das Konzept kommt an bei den schauspielernden Jugendlichen, die Probe macht neugierig auf die Premiere. 18 Jugendliche aus verschiedenen sozialen Schichten agieren auf oder hinter der Bühne, zuerst in der Zeit der Stoffentwicklung waren weit mehr dabei. Auch einige mit Migrations- oder Fluchthintergrund. Mohammed Ouahach, 27 Jahre alt, aus Marokko und Student in Wismar, gehört dazu. „Ich habe als 15-Jähriger viel Theater gespielt, es war mein Hobby. Mit 20 bin ich nach Deutschland gekommen.“ Seitdem suchte er eine freie Theatergruppe und fand sie – durch Zufall – bei Lars Maué.


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