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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. September 2017 | 15:39 Uhr

Wismar : Auf den Spuren der Hanse

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mittelalter-Freunde ziehen zu Fuß nach Lübeck

Mit etwas Glück ist in den nächsten Tagen noch zwischen Kussow und Dassow oder von dort weiter in Richtung Palingen ein historisch anmutender Tross zu erleben. Mittelalterlich gekleidete Leute aller Altersgruppen und ein von Kaltblütern gezogener Planwagen sind als „Hansezug“ in Richtung Lübeck unterwegs. Dort wollen sie beim 34. Hansetag dabei sein. Zuvor waren sie per Mittelalterschiff in Wismar angekommen.
„Straße frei für das Hansevolk aus Lübeck“ schallte es dort plötzlich lautstark an der Baumhauspier am Alten Hafen. Behrend von Lübecke von der Lübecker Stadtwache, alias Bernd Schonvogel, heißt der Respekt einflößende Hellebardeträger, Mitglied des Vereins „Geschichtserlebnisraum“ Lübeck. 55 Akteure aller Altergruppen landeten zuvor mit dem Mittelalterschiff „Lisa von Lübeck“ in Wismar an. An Bord diverse „Handelsgüter“, die zum Weitertransport über Land zu entladen waren. Stilecht folgen sie auch in ihrer Lebensform, mit Rast und Nächtigung in Zelten, den Spuren hanseatischer Hansewege, wie es im 15. Jahrhundert gewesen sein könnte. Für Erfrischung mit Getränken, Kuchen und Snacks sorgte die ebenfalls mittelalterlich gekleidete Crew vom Nachbarschiff, der Kogge „Wissemara“.
Empfangen und verabschiedet wurden sie von Lübecks Oberbürgermeister Bernd Saxe sowie, in Vertretung des Wismarer Stadtoberhauptes, vom 1. Senator Michael Berkhahn.
Als dann setzte sich das „ziehende Volk“ in Marsch. Zwei Schleswiger Kaltblüter zogen den mit Waren bepackten Planwagen. Stilecht wie es treffender nicht sein konnte, bildeten die beiden Mittelalterschiffe, die „Wissemara“ und die „Lisa von Lübeck“, den dekorativen Hintergrund.
„Das ist ja richtig filmreif“, so ein begeisterter Ruf aus der Hafenbesuchermenge. Denn das plötzliche Erscheinen der Lübecker Kraweel sorgte schnell für Aufmerksamkeit. Hafenbesucher mischten sich in das mittelalterliche Gewusel und agierten lebendig mit Kameras, Handys, Camcorder und Co. „Film- und Fernsehen haben wir zwar nicht bestellt“, erklärte Jörn Puhle lachend, der ganz vorn als Kutscher saß. Doch dass die ganze Aktion schon sehr stilecht und damit vergangenen Zeiten nachempfunden war, sei durchaus gewollt, ließ der Organisator wissen. Denn seit 2012 finden diese Wanderungen bereits zu den jeweiligen Hansetagen der Neuzeit in Deutschland statt. „Weil es nicht sonderlich attraktiv ist von Lübeck nach Lübeck zu ziehen, fanden wir es schön, dass diesmal in Wismar für uns der Start dieser etwa 80 Kilometer langen Tour beginnen konnte“, so Kutscher Puhle weiter. Vorausgegangen war zudem erstmals eine sehr schöne und erlebnisreiche Anreise per Mittelalterschiff.
„Diese lebendige Kulisse als Ladung passt durchaus zu unserem Schiff“, fand „Lisa“-Kapitän Dieter Baarsch. Aus diesem Anlass hatte sich die 15-köpfige Crew ebenso dem historischen Outfit angepasst.

Natürlich war tägliches Quartiermachen abseits der belebten Straßen angesagt. So zum Beispiel in Everstorf, wo ein umweltpädagogisches Programm startete. Am Sonntag hieß das Ziel Steinzeitdorf Kussow. Am Montag führte die weitere Route von Kussow nach Dassow und dann weiter in Richtung Palingen. Das Endziel heißt Lübecker Mühlendamm/Mühlenteich. Denn dort befindet sich das dörfliche Lager des Vereins „Geschichtserlebnisraum“.


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