Wanderung : Auf den Spuren der Eiszeit

Große Interesse an der Winterwanderung: Mario Axel (l.) begrüßte  35 Teilnehmer der naturkundlichen Wanderung am Lankower See. Fotos: volker Bohlmann
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Große Interesse an der Winterwanderung: Mario Axel (l.) begrüßte 35 Teilnehmer der naturkundlichen Wanderung am Lankower See. Fotos: Volker Bohlmann

Biosphäre-Ranger Mario Axel vermittelt Wissenswertes über Moore, Trinkwasser und Bäume bei einer Wanderung am Lankower See

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18. Februar 2014, 00:20 Uhr

Eine Winterwanderung ohne Winter: Die Tour mit Mario Axel als Ranger des Biosphärenreservates Schaalsee war eigentlich in Anlehnung an die Jahreszeit ganz in Weiß geplant, aber die Natur war am Wochenende eher auf Vorfrühling gestimmt. Den Wanderfreunden aus Gadebusch, Groß Molzahn, Lübeck, Schwerin und Ratzeburg war es egal. Mehr als 35 Gäste folgten am Sonntag der Einladung des Amtes für das Biosphärenreservat Schaalsee zur Tour am Lankower See.

Die dennoch kühle und bis unter die Winterjacken ziehende Nordwestbrise konnte niemanden von der Teilnahme abhalten. Gut ausgestattet mit Walking Stöcken und oder ganz traditionell mit hölzernen Wanderstöcken ging es an den Start. „Wenn schon, dann selbst geschnitzt“, sagten Hans und Petra Zündorf, als sie auf ihre reich verzierten Stöcke angesprochen wurden. Diese zieren zahlreiche Schilder von ihren Reisen u. a. ins Erzgebirge und den Schwarzwald. Für die Schaalseeregion gibt es die Miniaturschilder bislang nicht, aber was nicht ist kann ja noch werden.

Immerhin ging es mit Mario Axel an das Nordufer des Sees, auf Spurensuche der letzten Eiszeit von vor 10 000 Jahren. „Die Hänge links und rechts zeugen von den gewaltigen Eismassen, die sich aus dem Norden hier hinunter bewegten“, erzählt Axel. Geblieben ist der Lankower See, ein so genannter Rinnensee von 90 Hektar Größe. Umfänglich nutzbar ist das Gewässer nicht. Zirka 70 Hektar liegen im Naturschutzgebiet. „Auf den verbleibenden 20 Hektar darf geangelt werden“, so Ranger Axel. Überhaupt war Naturschutz ein wesentliches Thema der Winterwanderung. Zumal sich die Thematik Moorschutz und Trinkwasser im Rinnengbiet des Sees perfekt darstellen lässt. Unter anderem sorgen Staustufen für einen längeren Verbleib des Regenwassers in der Fläche. Ein Beitrag zur Sicherung des Wasserspiegels, so Axel, denn die intensive Nutzung der Landschaft habe in den vergangenen Jahrzehnten Spuren hinterlassen. Durch Drainage und Gräben fließe das lebensnotwendige Wasser zu schnell ab. Damit heute alles im Sinne von Naturschutz, Landwirten und Anwohnern laufe, geben 17 Pegel über den gestauten Wasserstand in der Landschaft am Lankower See Auskunft. Dass von 1,4 Billionen Kubikkilometer Wasser auf der Erde letztlich „nur 0,0001 Prozent als Süßwasser für den Menschen leicht zugänglich und direkt nutzbar sind“, ließ so manchen Gast erstaunen und die Problematik Moorschutz aus ganz neuen Blickwinkeln betrachten.

Die moorige Rinne lag längst hinter der Wandergruppe, als der Wind auf dem Höhenzug am nordwestlichen Ufer des Lankower Sees weiter auffrischte. Unter den Wipfeln der sich im Wind wiegenden Buchen ging die Tour weiter. Stattliche Bäume die, so Axel, „über bis zu 1600 Quadratmeter Blattfläche verfügen, täglich 400 Liter Wasser verdunsten und ein Kubikmeter reinsten Sauerstoff abgeben“.

Frühblüher, die Geschichte des Grenzdorfes Lankow und die ehemalige innerdeutsche Grenze, waren weitere Themen auf der dreistündigen Wanderung. Eine Pause gehört dabei natürlich zum Programm. Folglich freuten sich all jene, die gerade an wärmende Getränke dachten, als Mario Axel Thermoskannen mit Glühwein und Apfelpunsch auspackte. „Gute Idee, dachte auch Horst Stutz. Der ehemalige Gadebuscher reiste eigens für die naturkundliche Wanderung aus Schwerin an. „In Sachen Natur, da bin ich vor Ort dabei“, so Stutz.

Bergab zum See und weiter am östlichen Ufer nach Lankow führte die Tour am Wasser entlang. Das Wasser des Sees habe, so Axel auf Nachfrage der Wanderer, in den zurückliegenden zwei Jahren an Qualität gewonnen. Die durchgeführte Fällung von Stoffen wie Phosphor, wie es u. a. durch Düngemitteln eingetragen wurde, habe die Qualität nachweislich um zwei Stufen verbessert, das Wasser klarer gemacht. Ob und wie lange der verbesserte Zustand anhält, hängt letztlich vom Menschen und seinem Umgang mit der Natur ab.


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