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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

14. Dezember 2017 | 05:27 Uhr

Auch Boston-Marathon ist abgehakt

vom

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2011 | 10:12 Uhr

Zar rentin | "Ich möchte in meiner Karriere bei den zehn größten Marathonläufen der Welt dabei gewesen sein." Dieses ehrgeizige und vielleicht auch leicht verrückt anmutende Ziel hat sich Thomas Weber gesteckt. Der 43-jährige Zarrentiner ist auf einem recht guten Weg. Nachdem er hinter New York, London und Berlin bereits einen Haken machen konnte, stand in diesem Jahr Boston auf dem Plan.

Der Boston-Marathon ist der älteste Stadtmarathon der Welt, der bereits zum 115. Mal ausgetragen wurde. Eine weitere Zahl spricht für sich: Auch die in diesem Jahr 29 800 Teilnehmer belegen eindrucksvoll die Beliebtheit der Traditionsveranstaltung. Inzwischen muss man eine Qualifikationszeit vorweisen können, um dabei zu sein - oder eine Wildcard erhaschen. Und die hatte Thomas Weber.

Von Hamburg aus ging es mit dem Flieger via München in die Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts. Der Zarrentiner hatte die Reise ein paar Tage vor dem Lauf angetreten, weil der sportliche Part für ihn immer nur ein Teil seiner Weltenbummelei ist: "Wenn du schon einmal an so einen geschichtsträchtigen Ort kommst, ist Sightseeing natürlich absolut Pflicht. Ich habe den Stadtkern Bostons zu Fuß erkundet, Sehenswürdigkeiten wie die Harvard-Universiät oder die Kriegsdenkmäler durfte ich mir doch keinesfalls entgehen lassen."

Am Wettkampftag klingelte dann schon früh der Wecker. Um 6 Uhr ging es vom Hotel aus zum zentralen Treffpunkt, von wo die knapp 30 000 Teilnehmer in gelben Schulbussen zum Start gefahren wurden. Bei optimalen äußeren Bedingungen gingen die Läufer in einzelnen Wellen auf die sehr hügelige und dennoch schnelle Strecke im Umland der Metropole auf Kurs. "Die Zeit spielte für mich keine Rolle. Es sollte Spaß machen. Ich wollte die Atmosphäre, das besondere Feeling genießen", kommentierte der Mecklenburger. Und davon gab es reichlich. Überall am Straßenrand lockten Barbecues mit verführerischen Düften. In den College-Vierteln war besonders viel los, hier äußerten weibliche Fans ihre Begeisterung, indem sie den Läufern Handküsse zuwarfen. Thomas Weber, ganz Gentleman, blieb stehen und "beantwortete" alle persönlich. Zu den beliebtesten Hobbys an diesem Tag zählte auch das Abklatschen an der Strecke. Von ganz jung bis ganz alt, praktisch jeder war dabei: "Im Grunde genommen hätte man den Arm gleich oben anschnallen können." Trotz aller "Ablenkungen" kam der Zarrentiner gut voran, hatte keinerlei Probleme mit den klassischen 42,195 Kilometern. Oder, um es mit seinen Worten auszudrücken: "Es lief wie geschmiert."

Weber erreichte das Ziel relativ entspannt nach 4:27 Std. auf dem stolzen Platz 20 300 im Gesamtklassement und gönnte sich zur Belohnung erst einmal sein obligatorisches Bierchen. Vorne im Feld war so richtig die Post abgegangen, hatte Geoffrey Kiprono Mutai aus Kenia in 2:03:02 Std. die schnellste je gelaufene Marathonzeit hingelegt. Dass diese nicht als Weltrekord anerkannt wurde, liegt an einer regionalen Besonderheit des Boston-Marathons: Die Strecke weist ein Gefälle von 140 Metern auf, erlaubt sind laut internationalem Reglement aber nur maximal 42 Meter Höhenunterschied.

Gedanklich beschäftigt er sich jetzt schon mit der Nummer fünf auf seiner persönlichen Marathon-Skala. Es läuft wohl auf Chicago hinaus. "Das muss aber noch ein paar Jährchen warten." Für 2012 konkret geplant sind dagegen der Wien-Marathon und eine zweite Teilnahme am Médoc-Marathon. Dieser reine Spaßlauf im Südwesten Frankreichs hatte im vergangenen Jahr bleibende Eindrücke bei Weber hinterlassen. Neben sportlichen Qualitäten ist dort auch Trinkfestigkeit gefragt: Außer Wasser wird der vor Ort angebaute Rotwein als "Erfrischungsgetränk" angeboten.

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