zur Navigation springen

Bewahrer der geschichte : Archiv präsentiert seine Schätze

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Im Keller der Malzfabrik lagern tausende Meter Akten, Zeitungen, Fotos, Ansichtskarten

von
erstellt am 10.Jun.2017 | 04:45 Uhr

Protokolle aus der Wendezeit, Jahrhunderte alte Akten und unzählige historische Fotoaufnahmen – hinter Brandschutztüren im Keller der Grevesmühlener Malzfabrik, ist all das und vieles mehr zu finden. Denn dort befindet sich das Kreisarchiv, das gestern für Besucher geöffnet wurde. Anlass war der Internationale Tag der Archive.

Bei 16 Grad Raumteperatur und einer Luftfeuchtigkeit von maximal 50 Prozent werden dort zum Beispiel Unterlagen ab 1952 für die Forschung, Bildung, für die Verwaltung und Rechtssicherung der Kreise, Ämter, Städte und Gemeinden verwahrt. Es handelt sich um Archivalien aus den ehemaligen Kreisen Gadebusch, Wismar, Grevesmühlen und dem heutigen Landkreis Nordwestmecklenburg.

Als „Jäger und Sammler“ bezeichnen sich Mitarbeiter dieses Archivs. „Wir bewahren und verwahren hier schließlich Geschichte“, meint zum Beispiel Mitarbeiterin Ute Kluge. Klaus-Jürgen Ramisch ergänzt: „Wir sind das Gedächtnis einer Region.“

Dass dies so bleibt, dafür sorgte zum Beispiel der Gadebuscher Siegfried Krakow. Wenige Jahre vor seinem Tod übergab er dem Archiv seine persönliche Sammlung von Dokumenten aus der Wendezeit. Nach Angaben des Archivs gehören zu den übergebenen Unterlagen auch Protokolle von Sitzungen des Runden Tisches. Krakow hatte sich im Herbst 1989 für die friedliche Revolution im Altkreis Gadebusch engagiert und war Mitbegründer des Neuen Forums. Bei den ersten freien Wahlen wurde er 1990 zum Kreistagspräsidenten in Gadebusch gewählt.

Auch der Historiker Horst Stutz wandte sich an das Kreisarchiv in Grevesmühlen und stellte dessen Mitarbeitern einen Teil seiner Fotos und Dias aus dem Raum Gadebusch zur Verfügung.

Im Keller der Malzfabrik schlummern zudem Baupläne und Zeichnungen, die für Sanierer und Architekten von Interesse sein können. Der Klassiker: Zeichnungen des DDR-Eigenheimtyps EW 65, die im Archivbestand verwahrt und gegen einen Aufpreis für Interessierte kopiert werden können.

Spiegelbilder der jeweiligen Zeit können auch Ansichtskarten sein. Hunderte davon befinden sich im Bestand des Kreisarchivs und werden nicht selten für die Denkmalpflege und zur Rekonstruktion verwendet.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen