Wismar : Arbeitsmarkt kann sich sehen lassen

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Gesamtarbeitslosigkeit unter sieben Prozent / Bei Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit sind aber durchaus Reserven in Sicht

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26. Februar 2018, 21:00 Uhr

Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt Nordwestmecklenburg. Noch nie in den zurückliegenden 13 Jahren waren zwischen Rehna und Poel so wenig Menschen arbeitslos wie zum heutigen Tag. So waren im Jahr 2017 im Nordwesten durchschnittlich 5695 Menschen arbeitslos gemeldet. Mit einem Rückgang von knapp 60 Prozent konnte die Gesamtarbeitslosigkeit seit 2005 so mehr als halbiert werden. „Im Jahresdurchschnitt verblieb die Arbeitslosenquote unter sieben Prozent. Das ist ein tolles Ergebnis“, sagt Landrätin Kerstin Weiss.

Die Ursachen für diese positive Entwicklung sind bekannt: Einerseits ist es die demografische, andererseits aber vor allem auch die gute wirtschaftliche Entwicklung zwischen Dassow und Poel. Immer mehr Unternehmen expandieren, brauchen folgerichtig mehr Mitarbeiter. „Die Wirtschaft im Landkreis floriert, wir verzeichnen im Vergleich zum Jahr 2016 zehn Prozent mehr offene Stellen“, sagt Martin Greiner.

Dennoch, so der Chef des Jobcenters Nordwestmecklenburg, dürfe man bei aller Zufriedenheit über derartige Zahlen die Augen nicht davor verschließen, dass beim Jobcenter viele Menschen gemeldet seien, die zwar in Beschäftigung seien, aber dennoch auf unterstützende Leistungen angewiesen sind. Da reiche oftmals ganz einfach der Lohn aus dem ersten Beschäftigungsverhältnis nicht aus, um über die Runden zu kommen.

Im Jahr 2017 bezogen 12 378 Menschen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts, immerhin 844 weniger als im Vorjahr. „Dem Jobcenter ist es damit gelungen, das vergleichsweise gute wirtschaftliche Umfeld im Landkreis sowie die vielen Netzwerke im Interesse der Bürger zu nutzen und somit die Arbeitslosigkeit und Hilfsbedürftigkeit in Nordwestmecklenburg weiter zu senken. Davon haben auch langzeitarbeitslose Menschen profitiert“, sagt Guntram Sydow als Vorsitzender der Agentur für Arbeit Schwerin.

Allerdings sieht Wismars Bürgermeister gerade hier noch Handlungsbedarf. „Mir bereitet der hohe Anteil von Langleistungsbeziehern weiterhin Sorgen, auch wenn hier ein vergleichsweise gutes Ergebnis erkennbar ist, da der Bestand um 6,4 Prozent sank“, so Thomas Beyer. Hier solle das Jobcenter weiter engagiert tätig werden, um diese Bürger in auskömmliche Arbeit zu vermitteln. Die Herausforderung dabei sei, die gute wirtschaftliche Situation am Arbeitsmarkt weiter zu nutzen.

Eine Herausforderung, der sich das Jobcenter trotz deutlich eingeschränkter finanzieller Rahmenbedingungen, nach Aussage von Martin Greiner dennoch stellen wolle.

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