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Nordwestmecklenburg : Arbeitsgruppe für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bildungs- und Sozialausschuss wollen Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern besser koordinieren

svz.de von
erstellt am 14.Jul.2015 | 23:31 Uhr

Die Hilfe für Flüchtlinge im Nordwestkreis soll besser koordiniert werden. Darauf haben sich der Bildungs- und der Sozialausschuss auf einer gemeinsamen Sitzung geeinigt.

Die Kriege und Katastrophen im Nahen Osten, in Afrika und Asien – sie haben Nordwestmecklenburg erreicht. Flüchtlinge aus Ghana, Afghanistan, Eritrea, Syrien, der Ukraine suchen hier Schutz und einen Platz zum Leben. Kommunen, Landkreis, Vereine und Verbände stellt das vor große Herausforderungen.

Rund 6000 Flüchtlinge werden nach Schätzungen in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern ankommen. Nach einem Verteilungsschlüssel, der die Zahl der Einwohner im Land zur Einwohnerzahl der sechs Landkreise und kreisfreien Städte ins Verhältnis setzt. Für Nordwestmecklenburg bedeutet das, 7,29 Prozent der Asylbewerber und Flüchtlinge müssen im Landkreis untergebracht und betreut werden– rund 450 werden es sein.

Nur wie und wo? Mit der ersten Frage haben sich der Familien- und Bildungsausschuss in einer gemeinsamen Sitzung beschäftigt. In den vergangenen Wochen wurde die Mitmachzentrale aus der Taufe gehoben, sie wird vom DRK betrieben. Sie betreut und koordiniert Menschen, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge und Asylbewerber engagieren wollen. „Es haben sich zwei Problemfelder herauskristallisiert“, sagte Karla Krüger, Leiterin des Fachbereichs Jugend und Soziales: „Die Sprache und die Beschäftigung“. Landrätin Kerstin Weiss habe die Volkshochschulen deshalb beauftragt Angebote für die Sprachförderung zu entwickeln.

In einigen Kommunen sind sie da schon einen Schritt weiter. In Gadebusch zum Beispiel. Dreimal die Woche werden Asylbewerber in die Regeln und Tücken der deutschen Sprache eingeführt - alles ehrenamtlich. Gelegentlich stoßen dabei allerdings Engagement und Kultur unversöhnlich aufeinander. Es gebe eine afghanische Frau, die gerne an einem solchen Sprachkurs teilnehmen möchte, sagte Krüger. Allerdings nur einen mit Frauen. Ihre Kultur verbiete es ihr schlicht, sich mit fremden Männern in einem Raum aufzuhalten. Nun soll es getrennte Gruppen gebe.

Dann ist noch die Frage nach dem Zeitvertreib. Besonders junge Männer haben häufig keine Aufgabe, sagte Karla Krüger. Frauen kümmerten sich um Haushalt und Kinder. Für Männer müssen anderen Möglichkeiten gefunden werden. Bürgermeister und Kommunen können für gemeinnützige Arbeiten Flüchtlinge und Asylbewerber anstellen und ihnen 1,05 Euro bezahlen. In Wismar arbeiten fünf Asylbewerber nun auf dem Friedhof, doch es mangele an Angeboten.

Doch die Initiativen quer durch den Kreis beklagten vor allem die fehlende Vernetzung untereinander, sagte Tino Schwarzrock. Jeder werkelt so gut er kann vor sich hin. Deshalb regte er einen Runden Tisch von Verwaltung, Kreistag, Vereinen und Verbänden an. Sie sollten Ideen auf den Weg bringen. Simone Oldenburg fordert eine Bestandsaufnahme der Initiativen.

Ein Runder Tisch ist es nicht geworden, sondern eine Arbeitsgruppe. Sie tritt am 29. Juli das erste Mal zusammen.

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