Praktikum : Arbeitsalltag auf Probe

Zwei Wochen arbeitete Josefine Emmerich-Renn in der Ziegenkäsemanufaktur in Rögnitz.  Fotos: janna panzram
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Zwei Wochen arbeitete Josefine Emmerich-Renn in der Ziegenkäsemanufaktur in Rögnitz. Fotos: janna panzram

Zwei Wochen können Zehntklässler vom Gadebuscher Gymnasium Berufe kennenlernen

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04. Juli 2014, 00:16 Uhr

Die hölzernen Regale mit den runden, kräftig-gelben Käse-Laiben reichen fast bis unter die Decke. Jeden Tag ist Josefine Emmerich-Renn hier im Einsatz: Denn der Käse muss nicht nur regelmäßig gewendet, sondern auch gesalzen und gewürzt werden, bis er fertig ist und verkauft werden kann. Weitere Aufgabe der Schülerin des Gymnasiums Gadebusch in der Rögnitzer Ziegenkäsemanufaktur: Die Pflege der hofeigenen Ziegen.

Zwei Wochen arbeitet die Zehntklässlerin im Rahmen eines Schülerpraktikums in der Ziegenkäsemanufaktur. „Ich habe mich für diese Praktikumsstelle entschieden, weil ich mich für die biologische und traditionelle Herstellung von Produkten interessiere“, berichtet die 16-Jährige. In ihrem Praktikum habe sie viel über die traditionelle Herstellung von Käse gelernt – und auch, wie viel Arbeit diese mit sich bringt. „Die viele Arbeit hat mich aber nicht gestört. Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, war der Stinkekäse“, sagt Josefine und lacht. Als Beruf könnte sie sich die Käseherstellung aber trotzdem nicht vorstellen. „Dort sind echt nette Menschen und die Arbeit ist wirklich interessant, aber ich denke, für mich persönlich ist das nicht ganz das Richtige.“

Für Carolin Mache indes war ihr Praktikum der entscheidende Schritt, um sich ihres Studienwunsches wirklich sicher zu sein: Die 16-Jährige möchte Mediezintechnik studieren – und absolvierte ihr Schülerpraktikum in den Wochen vor den Sommerferien im Bereich Medizintechnik an den Helios Klinken in Schwerin. „Ich habe mich für diese Praktikumsstelle entschieden, um sicher zu gehen, ob das wirklich etwas für mich ist“, erzählt die Gymnasiastin. Und es hat sich gelohnt: Zwei Wochen lang konnte sie Medizintechniker bei ihrer Arbeit begleiten, demontierte Geräte und kontrollierte Kabel.

Für Norbert Raettig, Praktikumsbeauftragter der Helios Kliniken, der schon viele Praktikanten, Schüler und Studenten bei ihren ersten Einblicken in den Beruf begleitet hat, machen Praktika Sinn: „Für Schüler ist es sehr gut, um sich besser orientieren zu können“.

Carolin hat die Zeit ihres Praktikums genossen – auch wenn sie bedauert, nicht mehr selbstständig arbeiten zu können. „Ich fand es schade, dass ich kaum etwas alleine machen konnte, weil mir einfach das nötige Wissen dazu fehlt“, so die Schülerin. Dennoch zieht sie ein positives Fazit ihrer zwei Wochen in der Medizintechnik und weiß nun sicher, welchen Weg sie beruflich einschlagen möchte.

Das Praktikum sei eine gute Möglichkeit, um in einen Beruf reinzuschnuppern und vereinfache die Orientierung in Hinsicht auf Studium und Berufswahl, erklärt Heiko Helms, stellvertretender Schulleiter des Gadebuscher Gymnasiums.

„Das Betriebspraktikum in der zehnten Klasse als auch in der elften Klasse ist ein Teil der schulischen Ausbildung“, erklärt er. Dabei beginnen die Praktika erst in der zehnten Klasse, weil viele Betriebe Praktikanten erst ab einem bestimmten Alter annehmen.

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