Fotos vom Renaissanceschloss : Arbeiten am Nullpunkt

Vom Keller bis zum Dachboden durchstreifte Fotograf Hubert Metzger das Gadebuscher Schloss. Entstanden ist ein Bildband, der morgen von 19 Uhr an erstmals öffentlich auf dem Schlossberg vorgestellt wird.
Vom Keller bis zum Dachboden durchstreifte Fotograf Hubert Metzger das Gadebuscher Schloss. Entstanden ist ein Bildband, der morgen von 19 Uhr an erstmals öffentlich auf dem Schlossberg vorgestellt wird.

Fotograf Hubert Metzger erstellte mit Textautoren einen 80 Seiten starken Bildband und präsentiert ihn morgen

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12. Juni 2018, 12:00 Uhr

Was im Kongo am Computer gestaltet und in Mecklenburg mit Inhalten gefüllt wurde, das können Einwohner der Münzstadt sowie ehemalige EOS-Schüler morgen auf dem Gadebusch Schlossberg sehen. Dort wird von 19 Uhr an erstmals öffentlich ein Bildband zum Renaissanceschloss präsentiert, der auch Hintergrundinfos zu diesem Jahrhunderte alten Bau enthält.

Als Nullpunkt bezeichnet der Gadebuscher Fotograf Hubert Metzger den Tag, an dem er für dieses Projekt die ersten Aufnahmen machte. Die Münzstadt hatte das Schloss kurz zuvor durch eine Versteigerung im Zuge einer Zwangsvollstreckung für 220 100 Euro zurückerobert, um es vorm weiteren Verfall zu retten.

Metzger fing danach mit der Kamera den Ist-Zustand ein. Dafür begab sich der Fotograf vier Wochen auf Motivsuche. Er durchstreifte mit seiner Ausrüstung sämtliche Räume – vom Keller bis zum Dachgeschoss. Mal vormittags, mal nachmittags oder in tiefster Nacht. Mitunter mit Fellmütze als Kälteschutz. Oder einer Kerze in der Hand. „Ich wollte das Schloss so authentisch wie möglich fotografieren, auch mit seinen verwunschen Ecken und Kanten. Das alles auch bei spärlichem Licht“, sagt Hubert Metzger.

Mit seinen Aufnahmen ist der Fotograf anschließend um die halbe Welt geflogen und landete im Kongo. Dort hat Metzger neben Gadebusch seit Jahren sein zweites Zuhause und setzte die Dokumentationsarbeit am Rechner fort. Er entwarf das Layout für diesen 80-seitigen Bildband, unterbreitete seinen Projekt-Partnern in Mecklenburg via Internet Gestaltungsmöglichkeiten für diese Dokumentation. Und: Er bereitete die Fotos für einen hochwertigen Druck vor.

Entstanden ist ein Werk, von dem es in der Erstauflage 1000 Exemplare gibt und an dem Prof. Frank Braun, Dr. Gerhard Schotte und Dipl.-Ing. Hans-Christoph Struck maßgeblich beteiligt sind. Sie sind die Textautoren und legen Lesern gleich zu Beginn dieses Bildbandes ein Zitat von Hermann Hesse ans Herz: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ Sie sind es auch, die gegen Ende des Buches Heinz Rühmann zitieren werden.

Für SVZ-Leser begab sich der Fotograf Hubert Metzger – inzwischen zurück aus dem Kongo – noch einmal auf Spurensuche in dem Renaissanceschloss. Dabei stieg er etliche Stufen aus Holz empor, öffnete einst verschlossene Türen um an seinen Lieblingsort zu gelangen: den Dachboden des Schlosses. Jener Ort dürfte auch zu Internatszeiten so manches jugendliche Liebespaar heimlich angelockt haben. Denn beim Blick auf Kirche, Rathaus, Burgsee und Bahnhof liegt einem bis heute scheinbar die Welt zu Füßen.

Profit aus ihrer Dokumentation wollen der Fotograf und die Textautoren nicht schlagen. Im Gegenteil: So werden die Gewinne aus dem Verkauf des Bildbandes der Sanierung des Schlossensembles zu Gute kommen. Wer dieses Anliegen unterstützen und sich eines der 1000 Exemplare sichern und vom Autoren-Team signieren lassen möchte, hat morgen auf dem Schlossberg die Gelegenheit dazu. Erhältlich wird die Dokumentation auch in der Gadebuscher Buchhandlung Schnürl und Müller sein.

Hintergrund
Die Druckkosten für den Bildband „Renaissanceschloss Gadebusch … im Jahre 2017“ übernahmen ehemalige Schüler der Erweiterten Oberschule: Dr. Ursula Krause-Drögmöller, Dr. Kurt Haffken, Anke Hanft geb.Potröck, Renate Heyden, Hans-Otto Heyden, und Doris Bendlin geb. Potröck. Sie gehörten den Abiturjahrgängen 1959, 1964, 1968 und 1969 an. Vom Leben der Internatsschüler im Schloss erzählt ein Artikel auf den letzten Seiten des Bildbandes. Abgerundet wird die Dokumentation durch einen geschichtlichen Überblick zur Stadt und deren Schloss sowie durch eine Beitrag über Forschungen zur Baugeschichte.
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