zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 20:15 Uhr

Plattdeutsch in Rehna : Applaus im Lindenhof

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Rehnaer Plattsnacker empfingen mehr als 200 Gäste im Lindenhof / Ensemble „Camerata Rossinyol“ begleitet den Abend

von
erstellt am 18.Apr.2016 | 02:57 Uhr

Wer mit ausreichend Neugierde nach Rehna fährt, der wird belohnt. Chorleiter René Clair spricht voller Begeisterung von der mecklenburgischen Kleinstadt und ihren Menschen. Er führte sein Ensemble „Camerata Rossinyol“(sinngemäß Stubengemeinschaft Nachtigall) mit Liedtexten über Sehnsucht anlässlich des Plattdeutschen Abends an die Radegast. „Vor zwei Jahren besuchte ich die Stadt, sie ist ein Schatz“, so Clair.

Nichts anderes als Sehnsucht nach ihren Plattsnackern verspürten auch die 200 Gäste in dem bis auf den letzten Platz besetzen Saal des Lindenhofes. Die Darsteller um Vereinschefin Rita Völzer boten in gewohnter Form beste Unterhaltung in mehr als zwei Stunden Programm. Zu Klassikern von Tarnow, Fritz Reuter reihten sich Stücke wie „Een Dam’ tauväl“ aus der Feder von Oliver Dischereit. Eine Geschichte über die Turbulenzen in einer Skatrunde mit gezinkten Karten. Olaf Both als ein nach Zweisamkeit strebender Landstreicher, überzeugte in löchrigen Socken und Hosen in „Gruus un Muss“ ebenso wie Hans Beth in seinem Ein-Mann-Stück über die Adventszeit bei Kerzenschein, Stollen und einem mit jeder Kerze wiederkommenden Versprechen einander nichts zu schenken. Dem standen seine Erlebnisse mit den Brinckmanns als Besucher mit viel Sitzfleisch in nichts nach. Nur zu gerne hätte er Brinckmanns zügig zur Tür begleitet. Trockener Humor aller Hans Beth, der den Saal feiern ließ.

In solch eine Runde darf Rösi Reusch (86) nicht fehlen. „Ich mach das, was die Gäste von mir erwarten“, kündigte sie bereits im Vorfeld an. Ihr Repertoire reicht von feinsinnigem Humor bis hin zu Witzen mit derberer Note. Am Sonnabend gewährte sie einen Einblick in ihr Tagebuch, vollgespickt mit Erlebnisberichten: „Neulich bin ich vom Fahrrad gefallen, da fragt mich doch einer, ob ich mir weh getan habe. Nö, ich steige immer so ab, konnte ich ihm da nur sagen.“ Dann traf sie noch Kalle im Baumarkt, der auf der Suche nach Hodenfarbe war: „Ich frage nach dem Grund und er sagt mir, dass sein Cholesterinspiegel zu hoch sei. Der Arzt hätte ihm gesagt, er müsse nun die Eier streichen.“

Ein unüberhörbar tobender Saal freute sich zudem über einen nicht weniger gut aufgelegten Moderator Tom Rohloff. Applaus für die Jugendgruppe. Sie spielte bravourös die Geschichte von „10 kleine Jägerlein“. Beste Unterhaltung also beim Plattdeutschen Abend, der gefühlt viel zu schnell vorüberging.  


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen