Ärger in Perlin : Anwohner fühlt sich allein gelassen

Klaus Voigt (64) hat sich beim Amt über den Unrat im Kies, mit dem die Straße ausgebessert wurde, beschwert. Außerdem sind beim Auffüllen viele Steine auf den Grünstreifen gefallen, so dass der Rentner den nicht mehr mähen kann.  Fotos: peter täufel
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Klaus Voigt (64) hat sich beim Amt über den Unrat im Kies, mit dem die Straße ausgebessert wurde, beschwert. Außerdem sind beim Auffüllen viele Steine auf den Grünstreifen gefallen, so dass der Rentner den nicht mehr mähen kann. Fotos: peter täufel

Nach Ausbesserung des Wiesenweges gleicht Straße der Zufahrt einer Mülldeponie – Gullydeckel wurden zugeschüttet, Zaun beschädigt

svz.de von
30. Mai 2017, 05:00 Uhr

Klaus Voigt hat die Nase voll: Seit das Amt Lützow-Lübstorf den Wiesenweg ausgebessert hat, ist der 64-Jährige nur noch damit beschäftigt, Müll aufzusammeln. „Alles Mögliche liegt hier drin: Folie, Plasteteile, Lappen“, zählt der Rentner auf. Hinzu komme, dass durch das Kies-Gesteinsgranulat das Niveau der Straße angehoben wurde. Das hat gleich mehrere Auswirkungen zur Folge: „Das Eine ist, dass die meisten Gullydeckel der Abwasserleitung komplett damit abgedeckt sind“, so Voigt. Er befürchtet, dass dadurch bei Regen der Kies in die Kanalisation gespült und diese dann verstopft wird. „Zum Anderen fließt das Regenwasser nun immer schön auf die angrenzenden Grundstücke, weil es durch die verdichtete Oberfläche der Straße dort nicht versickern kann und es keine Gullys gibt“, begründet der Anwohner seine Befürchtung.

Er habe das Amt diesbezüglich informiert und um Abhilfe gebeten. Es sei auch ein Mitarbeiter dagewesen, weil bei den Arbeiten der Zaun seines Nachbarn beschädigt wurde. „Der hat aber nur zu mir gesagt, ich solle den Müll halt selbst aufsammeln und die Gullydeckel mit einer Schaufel wieder freilegen“, berichtet Klaus Voigt kopfschüttelnd. Auch, dass nun jede Menge Steine auf dem straßenbegleitenden Grünstreifen liegen, findet er gar nicht lustig. „Da kann ich nicht mehr mähen, ohne mir den Rasenmäher kaputt zu machen“, ärgert er sich.

In seinen Augen ist die ganze Aktion sowieso nicht ordentlich ausgeführt worden. „Im vorderen Bereich der Straße wurden die Löcher gar nicht richtig verfüllt. Da ist es immer noch wellig. Das wird nicht lange dauern, dann sieht es wieder genauso aus wie vorher“, prognostiziert der ehemalige Landwirt.

Das Amt Lützow-Lübstorf äußert sich auf SVZ-Nachfrage: „Für den Einbau wird geprüftes Material verwendet, dass eine Verunreinigung von fünf Prozent enthalten kann. Es ist richtig, dass der Weg durch die Aufbringung von Material etwas höher erscheint. Wasser sollte durch das hergestellte Gefälle nicht auf die Grundstücke laufen. Sofern es durch die Anwohner festgestellt wird, nehmen wir eine örtliche Prüfung bei Regenereignissen vor und versuchen, Abhilfe zu schaffen. Da es in diesem Fall bisher nicht geregnet hat, kann eigentlich nicht feststehen, dass Wasser auf die privaten Grundstücke läuft. Bei der Ausführung der Baumaßnahme kann es passieren, dass Schächte beeinträchtigt werden, diese werden jedoch in der Regel nach spätestens einer Woche wieder freigelegt“, so die Leitende Verwaltungsbeamtin Iris Brincker.

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