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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 18:05 Uhr

Westmecklenburg : Anschlag auf Wahlkreisbüro

vom

Auf das Wahlkreisbüro der Landtagsabgeordneten Simone Oldenburg (Fraktion Die Linke) in Grevesmühlen hat es einen Anschlag gegeben. Die Scheibe wurde von bislang Unbekannten mit einem Blumenkübel eingeworfen.

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erstellt am 03.Nov.2013 | 06:54 Uhr

Nordwestmecklenburg | In Westmecklenburg hat es erneut einen Anschlag auf ein Parteibüro gegeben. Ziel des Angriffs war das Wahlkreisbüro der Landtagsabgeordneten Simone Oldenburg (Fraktion Die Linke) in Grevesmühlen. Bislang unbekannte Täter hatten dort gestern früh eine Scheibe mit einem Blumenkübel eingeworfen. Das Gebäude wird auch vom Kreisverband der Linken und der Kreistagsfraktion Nordwestmecklenburg genutzt. Oldenburg vermutet einen gezielten Anschlag. "Er ist ein Ausdruck von Feigheit. Von dem Anschlag lassen wir uns aber nicht einschüchtern. Für uns heißt es jetzt: reparieren und weiter machen. Wichtig ist, dass keine Menschen verletzt wurden."

Zu Bruch ging gestern früh in Grevesmühlen auch eine Scheibe eines asia tischen Modegeschäftes, das sich nur wenige Meter vom Wahlkreisbüro entfernt befindet. Auch dort war die Scheibe mit einem Blumenkübel eingeworfen worden. "Die Tatverdächtigen hatten die massiven Blumenkübel vor dem Haus einer in der Nähe wohnenden 69-jährigen Frau mitgenommen", so Torsten Sprotte vom Polizeipräsidium Rostock. Nach seinen Angaben entstand ein Schaden von insgesamt 3000 Euro.

Beide Tatorte befinden sich in der Haupteinkaufsstraße der ehemaligen Kreisstadt. Die Anschläge sollen sich gegen 6.30 Uhr ereignet haben. Ein Anwohner will einen lauten Knall und ein Klirren vernommen haben, konnte verdächtige Personen aber nicht sehen.

Das Wahlkreisbüro in der Wismarschen Straße hatte Oldenburg erst im Sommer dieses Jahres eröffnet. Bereits damals fürchtete ein Parteimitglied, dass das "Büro zur Zielscheibe eines Anschlages werden könnte. Nun ist es so gekommen." Andere Büros demokratischer Parteien in Grevesmühlen wiesen nach bisherigen Erkenntnissen gestern keine Gebäudeschäden auf. Auch sie waren bereits das Ziel von Angriffen.

Auch in Gadebusch hatte es in den vergangenen Jahren Attacken gegen ein Wahlkreisbüro der Linkspartei gegeben. Im Juni 2010 hatten die Täter dort offenbar Pflastersteine gegen das Büro in der Lübschen Straße geworfen, im April 2011 wurde dort ein Fenster aus Sicherheitsglas beschädigt.

Laut Verfassungsschutzbericht hatte es 2011 und 2012 insgesamt mehr als 60 Angriffe auf Wahlkreisbüros demokratischer Parteien in MV gegeben. Häufigstes Ziel war die Partei Die Linke (25 Angriffe). Darüber hinaus registrierte der Verfassungsschutz 18 Angriffe auf die SPD und 15 auf die CDU. Ein extre mistischer Hintergrund ist nach Aufassungs der Verfassungsschützer wahrscheinlich.

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