Gadebusch : Anrufbus soll durchgängig fahren

Drei neue Linienbusse nahm die Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH in Betrieb.
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Drei neue Linienbusse nahm die Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH in Betrieb.

Nahbus Nordwestmecklenburg will ab Ende August das jetzige Zeitfenster erweitern und damit vor allem ältere Fahrgäste beglücken

svz.de von
16. Mai 2018, 12:00 Uhr

Gute Nachrichten für Fahrgäste im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV): Nahbus Nordwestmecklenburg will ab Ende August das jetzige Zeitfenster seines Anrufbus-Angebotes erweitern. Damit soll die derzeit bestehende Mittagslücke geschlossen werden. Mit dem Anrufbus werden Fahrgäste vor allem abseits der Hauptstrecken persönlich abgeholt, wenn sie keinen direkten Anschluss ans Taktliniennetz haben.

Derzeit fährt der Anrufbus in den Zeitfenstern von 6 bis 10 Uhr und von 14 bis18 Uhr. Zu wenig, wurde in der ersten Fortschreibung des Evaluierungsberichtes des Landkreises Nordwestmecklenburg moniert. Da das tägliche Bedienfenster bereits um 10 Uhr ende, seien Erledigungsverkehre, insbesondere der älteren Bevölkerung, die tendenziell in diesen Zeitbereich fallen würden, nicht möglich. Heißt im Klartext: Während Oma Lieschen morgens noch bequem mit Anruf- und Linienbus zu ihrem Hausarzt fahren kann, bleibt sie nach der Behandlung irgendwo im Wartehäuschen sitzen, weil der Anrufbus sie frühestens ab 14 Uhr von der Hauptstrecke abgehend in ihr abgelegenes Zuhause bringen kann.

Und genau das soll sich nun ändern. Im Ergebnis eines Gesprächs zwischen Mathias Diederich, dem erstem Stellvertreter der Landrätin, und dem Nahbus-Geschäftsführer Jörg Lettau schlägt dieser vor, das Anruffenster künftig durchgängig von Montag bis Freitag zwischen 6 und 18 Uhr sowie am Sonnabend zwischen 8 und 18 Uhr zu öffnen. „Mit dieser Anpassung geben wir den Fahrgästen die Möglichkeit, ihre Reisekette besser zu organisieren“, sagt Jörg Lettau. Damit verbessere der kommunale ÖPNV-Dienstleister das Angebot hinsichtlich der Erledigungsverkehre für die ländliche Bevölkerung. Eingeführt werden soll die Erweiterung des Zeitfensters für den Anrufbus zum 20. August – also mit dem Beginn des neuen Schuljahres und dem damit einhergehenden Fahrplanwechsel.

Beschlossene Sache indes ist die Ausweitung des Zeitfensters noch nicht. In diesen Wochen beschäftigen sich die Ausschüsse des Kreistags von Nordwestmecklenburg, der eine solche Erweiterung des Anrufbus-Zeitfensters beschließen muss, mit dem Thema.

Stimmen die Abgeordneten der Beschlussvorlage zu, entsteht daraus künftig ein jährlicher Finanzierungsmehrbedarf von bis zu 30 000 Euro. Derzeit verursacht die alternative Bedienform des Anrufbusses ein Defizit von knapp 287 000 Euro pro Jahr.

Bis zu 15 000 Fahrgäste nutzen nach Nahbus-Angaben das Angebot des Anrufbusses jährlich. „Das entspricht unseren Erwartungen, auch wenn es gern noch etwas mehr Fahrgäste sein dürften“, sagt Jörg Lettau und schielt in den Nachbar-Landkreis Ludwigslust-Parchim. Dort hätten die Verantwortlichen von den Erfahrungen des ÖPNV im Landkreis Nordwestmecklenburg gelernt und das Anrufbus-Fenster von Anbeginn durchgängig geöffnet. Nahbus-Chef Lettau: „Damit wird die Reiseplanung praktischer und gestaltbarer.“

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