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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 15:17 Uhr

Herrenburg : Angeltouristen nicht gern gesehen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Herrenburger Petrijünger sind verärgert über das Verhalten von Gastanglern / Vereinsmitglieder wollen unter sich bleiben

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Bei Herrnburger Anglern wächst der Unmut auf so genannte „Angeltouristen“, wie Wolf-Dietrich Reich (62) die Petrijünger nennt, die nicht Mitglied im Herrnburger Angelverein sind. Grund aus Sicht des Vereinsvorsitzenden ist dafür vor allem der Fischbestand in den beiden Vereinsgewässern. Im Duvennester Moor und im Friedsaal sei die Anzahl der Fische nur „zufriedenstellend“. Und das, obwohl „wir über den Kreisangelverband vor Jahren genügend Hechte, Barsche, Schleie und Plötze eingesetzt haben“, so Reich.

Eine Konsequenz: Der Vorsitzende und die anderen Mitglieder wollen künftig nicht mehr öffentlich darüber reden, wenn neue Fische eingesetzt werden. „Wenn wir so etwas bekannt gegeben haben, kamen anschließend Angeltouristen und haben uns den Bestand weggeangelt“, ärgert sich Reich. Das habe sogar soweit geführt, dass „Leute hier waren, Zelte aufgebaut und Lagerfeuer gemacht haben und wir Tage später alles aufräumen mussten.“ Das sei besonders ärgerlich, sagt der Vorsitzende, weil das Duvennester Moor ein „naturgeschontes Gebiet“ ist. Doch mit solchen Umweltverstößen müsse nun Schluss sein. Die Herrnburger Angler haben sich nun selbst ein Redeverbot auferlegt. „Wir wollen Arbeitskollegen und Freunden nicht mehr groß erzählen, was wir geangelt haben“, erzählt Reich. „Sonst fahren sie dort hin oder sagen es weiter.“

Zurzeit hat der Herrnburger Angelverein 44 Mitglieder (drei Jugendliche). Das sind sieben weniger als im Vorjahr und ein deutliches Minus gegenüber den Höchstzeiten, als mal 70 Angler dem Verein angehörten. Ein Grund für den Schwund: Einige Petrijünger würden lieber an der Trave im benachbarten Lübeck angeln, sagt Reich. „Dort ist es einfacher, etwas zu fangen.“ Doch trotz der sinkenden Mitgliederzahl hat der Vorstand kein Interesse an neuen Anglern. „Wir werben keine Mitglieder mehr“, sagt Reich klipp und klar. „Wir sind jetzt da, wo wir schon mal waren. Mehr Mitglieder wollen wir nicht.“ Seit Jahren schon gebe es eine gewisse Fluktuation. „Die Euphorie ist erst einmal groß. Nach ein bis zwei Jahren sagen dann aber viele: Ich will nicht mehr.“ Für die verbleibenden Mitglieder bedeutet der Mitgliederschwund inzwischen, dass sie mehr gefordert sind. Zum Beispiel bei Arbeitseinsätzen, um die Vereinsgewässer sauber zu halten. Ein anderes Problem durch den Mitgliederschwund: In der Vereinskasse ist nicht mehr so viel Geld, erzählt Reich. Deshalb werde man nur alle zwei bis drei Jahre größere Vereinsaktivitäten organisieren. „Die Beiträge wollen wir deshalb nämlich nicht erhöhen“ , heißt es. In diesem Jahr gebe es ein An- und Abangeln sowie zwei Arbeitseinsätze. Dabei sollen unter anderem die Stege am Friedsaal kontrolliert und repariert werden – im Duvennester Moor gibt es keine Stege. Von der Gemeinde bekommt der finanziell etwas angeschlagene Herrnburger Angelverein nach Aussage seines Vorsitzenden „keine“ Unterstützung. Reich: „Der Bürgermeister weiß erst seit der letzten Wahl, dass es uns gibt, weil er da mal mit mir gesprochen hat.“  

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