Rehna : Angeln in der Schule

Als es die Zeit noch hergab, ist die Angel-AG der Rehnaer Schule auch mal mit dem Kutter rausgefahren. Patrick Schneider hat bei einem der Ausflüge einen stattlichen Dorsch aus der Ostsee gezogen.
Als es die Zeit noch hergab, ist die Angel-AG der Rehnaer Schule auch mal mit dem Kutter rausgefahren. Patrick Schneider hat bei einem der Ausflüge einen stattlichen Dorsch aus der Ostsee gezogen.

Landesangelverband will Projekt an Schulen im ganzen Land etablieren

svz.de von
21. Juni 2018, 21:00 Uhr

„Das ist mehr als nur die Angel ins Wasser halten“, sagt Torsten Richter. Angeltechniken, Angelkunde, Schonzeiten, Artenvielfalt, Lebensräume und deren Ökologie, Keschern und Wasserlebewesen – in der Angel-AG an der Regionalschule in Rehna hat Richter vielen Schülern erklärt, was Angeln wirklich ist. „Es geht um Erziehung und Bildung“, sagt Richter. „Was man kennt, schützt man auch“, sagt er.

Zwischenzeitlich war der Andrang so groß, dass Richter zwei Angel-AGs in der Woche unterhalten hat. Doch im vergangenen Schuljahr wurde in Rehna nicht mehr geangelt. „Wir haben keine Kapazitäten mehr“, sagt Schulleiter Thomas Barsch. „Als erstes müssen wir den Unterricht abdecken“, sagt Barsch. Das hat Priorität. Wenn danach noch Stunden offen sind, können die an der Ganztagsschule für AGs eingesetzt werden. „Es ist immer schade, wenn so etwas nicht mehr weitergeht“, sagt der Schulleiter. „Aber der Unterricht hat die erste Priorität.“

Dabei sind das Bildungsministerium in Schwerin und der Landesanglerverband gerade dabei, das Projekt „Angeln macht Schule“ an der Nachmittagsgestaltung von Ganztagsschulen zu etablieren. Beide wollen das Projekt als eine Möglichkeit verstehen, die Kinder und Jugendliche für eine im Land beliebte Freizeitbeschäftigung zu sensibilisieren und gleichzeitig auf Themen wie Gewässerökologie und Naturschutz aufmerksam zu machen.

Der Anglerverband hat im August an einer Schule in Satow dazu ein Projekt gestartet. Dort wird im Kleinen probiert, was später auf ganz Mecklenburg-Vorpommern ausgeweitet werden soll.

Drei Jahre soll diese erste Projektphase laufen, sagt Axel Pipping vom Landesanglerverband. „In unserem Konzept steht auch, dass unsere Mitglieder dabei unterstützen.“ Sie sollen das Projekt an den Schulen betreuen Er hoffe auf Rückmeldungen der örtlichen Angelvereine.

„Das Projekt ist eine Symbiose, die für beide Seiten Vorteile bringt“, sagt Pipping. Der Anglerverband gewinne vielleicht ein paar neue Mitglieder hinzu. Die Schüler finden vielleicht ein neues Hobby. „Wir haben schon viele Anfragen von anderen Schulen“, sagt Pipping.

Im Bildungsministerium in Schwerin ist gar nicht angedacht, dass dieses Projekt von Lehrern gestaltet wird. „Der Landesanglerverband kommt mit seinem Personal in die Schule und organisiert den Nachmittag“, sagt Henning Lipski, Sprecher des Ministeriums, auf Nachfrage unserer Zeitung. Eine zusätzliche Belastung für Lehrkräfte werde es nicht geben.

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