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In Wismar wurde am Sonnabend das phanTECHNIKUM eröffnet : Anfassen ausdrücklich erlaubt

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Etwas mehr Ansturm zur Eröffnung, das hätten sich die Organisatoren schon gewünscht. Aber so konnten die ersten Gäste am Samstagvormittag zur Eröffnung des phanTECHNIKUMs in Wismar alles in Ruhe ausprobieren.

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erstellt am 03.Dez.2012 | 10:12 Uhr

Wismar | Etwas mehr Ansturm zur Eröffnung, das hätten sich die Organisatoren schon gewünscht. Aber so konnten die ersten Gäste am Samstagvormittag zur Eröffnung des phanTECHNIKUMs in Wismar alles in Ruhe anfassen und ausprobieren. Denn Anfassen ist in diesem Museum ausdrücklich erlaubt.

Die Grundlagen der Physik begreifen, und das im wahrsten Sinne des Wortes. "Wisst ihr eigentlich, wie ein Motor funktioniert?", fragt Dieter Schmidt (51) aus Gägelow. Er war mit seinen Jugendlichen vom Tischtennisverein zur Eröffnung dort. "Irgendwas mit einer Explosion, die den Kolben bewegt", weiß der elfjährige Simon Hilbers. An der riesigen Schiffsdampfmaschine erklärt Dieter Schmidt die Funktionsweise. "Vor einem halben Jahr war ich schon zum Tag der offenen Tür hier und habe mir den Rohbau angesehen. Das war ja schon beeindruckend. Nun stelle ich mir so ein Museum vor wie in Peenemünde, das hier könnte aber die Steigerung sein", so Dieter Schmidt, und erklärt er weiter. "Jetzt wisst ihr, wieso Arbeit gleich Kraft mal Weg ist", lautete sein Kommentar, als Simon Hilbers und Phil Schlegel (11) vollkommen fertig vom Propellerkarussell gestiegen sind. Wie beim Fahrrad müssen die Probanden dort treten, treiben damit dann einen großen Propeller vor sich an und irgendwann drehen sie sich auch selbst. "Das war anstrengend", so Johanna Rabe (10), als sie es selbst ausprobierte.

Wieso ein Propeller im Vakuum, im luftleeren Raum nichts bringt, man also mit Raketenantrieb ins Weltall fliegen muss, das lernten die Kinder an der nächsten Experimentierstation. Knopf drücken, hören wie die Luft unter der Käseglocke herausgepumpt wird und dann den Vergleich starten zwischen Rakete und Propellerantrieb. Oder dank Wasser sehen, wie die Luft beziehungsweise das Wasser mit unterschiedlichen Tragwerksprofilen verwirbelt wird. Und schon ist das grobe Prinzip des Fliegens greifbar und damit zu verstehen. "Das schafft man hier gar nicht alles auf einmal", kommentierte Dieter Schmidt. "Wir werden noch öfter kommen, am besten als Klassenausflug!"

Das "Papa, wie geht das?", schallte am Sonnabend regelmäßig durch die Flure. Johanna (10) und Marlene (12) Rabe stellten ihre Fragen vor der Dampfmaschine, bei der genau zu beobachten ist, wie die Kräfte übertragen werden und dann das große Schwungrad angetrieben wird.

Das phanTECHNIKUM - 2500 Quadratmeter voller Technik, Technikgeschichte, Wissen und spannend verpackter Physik zu den vier historischen Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft - hat dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise liegen bei sechs Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder zwischen 6 und 17 Jahren. Kinder unter sechs Jahren brauchen keinen Eintritt zu zahlen.

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