Wismarer Geschichte : Altes Krankenhaus steht vor dem Verkauf

Das seit drei Jahren leer stehende Krankenhausgebäude am Dahlberg soll noch in diesem Jahr verkauft werden.
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Das seit drei Jahren leer stehende Krankenhausgebäude am Dahlberg soll noch in diesem Jahr verkauft werden.

Investmentgruppe plant aus dem Wismarer Hanse-Klinikum am Dahlberg ein Seniorenpflegeheim zu machen.

svz.de von
27. Dezember 2013, 22:00 Uhr

Die ehemalige Psychiatrie am Dahlberg in Wismar steht nach jahrelangem Leerstand unmittelbar vor dem Verkauf. Dort soll ein Seniorenpflegeheim entstehen.

„Wir sind in den Endverhandlungen, der Kaufvertrag liegt in der Entwurfsfassung vor und wird anwaltlich geprüft“, so Michael Jürgensen, der Geschäftsführer vom Sana-Hanse-Klinikum Wismar. Wenn die Anwälte und die Gesellschafter grünes Licht geben, könnte der Hausverkauf und damit auch ein Stück Wismarer Geschichte noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Die Hansestadt Wismar ist ebenfalls mit sechs Prozent am Klinikum beteiligt. „Wir wissen von den Plänen noch nichts, aber wir haben dem Klinikum die Auflage gegeben, bis 2015 den Missstand zu beseitigen“, so Andreas Nielsen aus dem Rathaus. Der Missstand ist offensichtlich: Das Haus steht seit 2011 leer. Immer wieder werden Scheiben eingeworfen, wie der Wachmann vor Ort erzählt. Die Natur erobert sich das gut 22 000 Quadratmeter große Gelände langsam wieder zurück. Auf den Stufen wachsen kleine Bäume, Sträucher erobern die Fenster des Erdgeschosses. Die Schilder vom ehemaligen Klinikbetreiber „Damp“ setzen Moos an. Spuren von ungebetenen Besuchern sind sichtbar, trotz der strengen Überwachung.

„Das Haupthaus wurde 1909 eröffnet“, so Antje Kranich von der Abteilung Liegenschaften des Klinikums. Ein Stück Wismarer Geschichte: Nach zwei Jahren Bauzeit wurde am 2. Mai 1909 das Stadtkrankenhaus mit seinem modernen chirurgischen Profil am Dahlberg mit gut 100 Betten eröffnet, dazu Leichenhaus, Desinfektionshaus und ein Haus für Patienten mit ansteckenden Krankheiten. Nur von 2005 bis 2011 war im Haus die Psychiatrie untergebracht. „Vorher waren dort die schneidenden Fächer, sogar die Notaufnahme“, erzählt Antje Kranich. Das Krankenhaus am Friedenshof wurde 1939 als neu erbautes Luftwaffenlazarett mit 360 Betten in Betrieb genommen, erst mit der Erweiterung des Krankenhauskomplexes am Friedenshof wurden diese Abteilungen vom Dahlberg verlegt.

„Wenn alle zustimmen, wird am Ende des Jahres der Vertrag unterschrieben“, so Michael Jürgensen. Seit dem Neubau auf dem Klinikgelände steht das Gebäude leer. „Das Haus gehörte nicht zum Kerngeschäft von Sana“, begründet Michael Jürgensen. Vertreter des Klinikums hätten intensiv nach einem Käufer gesucht. Weiter: „So ein großes Objekt ungenutzt zu haben, ist nur eine Belastung für alle, es hat auch schon verschiedene Einbrüche dort gegeben.“

Um so größer ist die Freude über den Investor. „Der Käufer ist eine Investmentgruppe, ein großer Pflegeheimbetreiber wird dort ein Heim mit 166 Plätzen und dazu betreutes Wohnen anbieten“, so Michael Jürgensen. Betreiber wird Vitanas, nach eigenen Angaben einer der „größten privaten Pflegeheimbetreiber in Deutschland“, will das Haus betreiben. In Mecklenburg-Vorpommern hat das Unternehmen schon in Schwerin, Ueckermünde und Neubrandenburg Seniorenzentren.



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